DÄ plusBlogsVom Arztdasein in AmerikaUS-Gesundheitsreform 2013 – Teil IV
Vom Arztdasein in Amerika

Vom Arztdasein in Amerika

Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Dr. Peter Niemann über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vom Arztdasein in Amerika

US-Gesundheitsreform 2013 – Teil IV

Donnerstag, 7. März 2013

Die meisten Europäer haben mittels ihrer nationalen Medien von einem Teil der US-Gesundheitsreform erfahren, den vielen schon immer ein Herzensanliegen war: Es fand eine deutliche Ausweitung der in den USA Krankenversicherten durch das „Bezahlbare Kranken­versicherungsgesetz” (BKG) statt. Im Detail sind viele der Veränderungen und Regeln zwar sehr komplex und erst zum Teil umgesetzt, doch
die gröβten Veränderungen lassen sich auf folgende vier Gruppen festlegen:

Erstens dürfen Kinder mittels Familienversicherung nun bis zu ihrem 26. Lebensjahr versichert bleiben – gesetzlich zwingt die US-Bundesregierung Versicherungsgesellschaften dafür entsprechende Rahmen­bedingungen zu schaffen und anzupassen.

Zweitens wurde die staatliche Armenkrankenversicherung Medicaid ausgeweitet. Sie war schon vor Einführung des BKG mit ihren 64,5 Millionen Mitgliedern und einem Jahresbudget von $360 Milliarden US-Dollar im Jahr 2009 (http://www.medicaid.gov/Medicaid-CHIP-Program-Information/By-State/By-State.html) sehr umfassend, doch es wird erwartet, dass sie mit Implementierung des BKG um bis zu 20 Millionen weitere Versicherte anwachsen wird. Denn nun ist jeder erwachsene US-Bürger medicaidberechtigt, wenn sein Jahreseinkommen weniger als 15.282 US-Dollar (133% der Armutsgrenze) beträgt, bzw. bei einem vierköpfigen Haushalt 31.322 US-Dollar (für Beträge bei anderen Haushaltsgröβen siehe http://www.familiesusa.org/resources/tools-for-advocates/guides/federal-poverty-guidelines.html ). Zur Erinnerung: Bei Medicaid bezahlt der US-Staat zu 100% die Kran­ken­ver­siche­rung und –kosten.

Anzeige

Drittens, jeder US-Bürger muss nun eine Kran­ken­ver­siche­rung besitzen. Hat er sie nicht, dann muss er eine Strafsteuer in Höhe von $695 oder 2,5% seines Bruttojahreseinkommens jährlich entrichten, wobei der höhere der beiden Beträge vom Finanzamt verlangt wird. Bei einer unversicherten Familie liegt der maximal zu entrichtende Betrag bei $2085 pro Jahr.

Viertens werden US-Bürger entweder vom Arbeitgeber, vom Staat oder ihrer Kran­ken­ver­siche­rungs­gesellschaft bei ihrer Kran­ken­ver­siche­rung bezuschusst, wenn ihr Jahreseinkommen zwischen 133% und 400% der Armutsgrenze liegt (bei einem einzelnen liegt damit diese Grenze bei $15.282 und $45.960, bei einer vierköpfigen Familie bei $31.322 und $94.200).

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
Alle Blogs
Gesundheit
Gesundheit
Vom Arztdasein in Amerika
Vom Arztdasein in Amerika
Frau Doktor
Frau Doktor
Pflegers Schach med.
Pflegers Schach med.
Dr. werden ist nicht schwer...
Dr. werden ist nicht schwer...
Global Health
Global Health
Dr. McCoy
Dr. McCoy
Das lange Warten
Das lange Warten
Sea Watch 2
Sea Watch 2
PJane
PJane
Praxistest
Praxistest
Res medica, res publica
Res medica, res publica
Studierender Blick
Studierender Blick
Britain-Brain-Blog
Britain-Brain-Blog
Unterwegs
Unterwegs
Lesefrüchtchen
Lesefrüchtchen
Gratwanderung
Gratwanderung
Polarpsychiater
Polarpsychiater
praxisnah
praxisnah