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Vom Arztdasein in Amerika

Vom Arztdasein in Amerika

Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Dr. Peter Niemann über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

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Vom Arztdasein in Amerika

Der 24-Stundenarzt oder: Alleine im Krankenhaus

Donnerstag, 28. März 2013

Arbeitszeitrichtlinien für den Facharzt in den USA? Fehlanzeige! Zwar gibt es bei den Assistenzärzten tatsächlich eine Begrenzung auf maximal 80-Wochenarbeitsstunden und höchtens 24 Stunden am Stück, doch ein Facharzt ist weitestgehend ohne Arbeitsgrenzen.

Diese fehlende Begrenzung der Arbeitszeit hat viele Vor- und Nachteile – in den USA sieht man die Vorteile dieser Arbeitsfreiheit inklusive der höheren Vergütung bei mehr Arbeitsstunden, die meisten Europäer sehen natürlich eher die Nachteile der Übermüdung. Die US-Einstellung rührt von einem überraschend altmodischen Arbeitsethos her; man spuckt sich in die Hände und denkt sich wie ein guter Cowboy: ͈Jungs, das Krankenhaus schmeiβe ich schon alleine, das schaffe ich”.

So bin ich also in der dritten Aprilwoche eine Woche lang in einem kleinen Landkrankenhaus eingeteilt, bei dem ich eine Woche lang, 24 Stunden am Tag, also 168 Stunden am Stück, der einzige Internist bin. Das Krankenhaus ist nicht sehr groβ, liegt direkt am Meer und Strand, direkt in einer hübschen Kleinstadt an der Westküste Floridas.

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Ich wohne in einem Viersternehotel direkt in Laufnähe. Dadurch, dass das Krankenhaus so klein ist, kommen nicht allzu hochkomplexe Krankheitsfälle ins Haus und eine Verlegung ist immer problemlos in groβe Zentren in Tampa, Orlando, Gainesville oder Miami möglich. Dennoch gilt: Es gibt nur mich als Internisten, so leicht die Fälle auch sein mögen.

Wenn jemand um 3 Uhr morgens mit einer Pneumonie kommt, nehme ich ihn auf und behandele ihn, einschlieβlich Intensivstationsarbeit falls notwendig. Wenn einer um 19:30 im alkoholisierten Koma meine Hilfe braucht, bin ich zuständig. Erleidet jemand eine diabetische Ketoazidose – erneut bin ich gefragt.

 

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Avatar #87388
Andreas Skrziepietz
am Montag, 1. April 2013, 16:54

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