DÄ plusBlogsGesundheitFrüher Ruhm verkürzt das Leben
Gesundheit

Gesundheit

Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Gesundheit

Früher Ruhm verkürzt das Leben

Donnerstag, 18. April 2013

Für Rockstars gehört es fast zum guten Ton, mit 27 Jahren und auf unnatürliche Weise aus dem Leben zu scheiden. Jimi Hendrix, Janis Joplin und zuletzt Amy Winehouse blieb es so erspart, im Alter von 70 auf der Bühne ihre künstlichen Hüftgelenke zu bewegen. Andererseits verderben solche frühen Todesfälle natürlich die Statistik. Sie erklären möglicherweise, warum die durchschnittliche Lebenserwartung von Bühnenstars („Performers“), die die New York Times 2009–2011 mit einem Nachruf bedachte, nur 77 Jahre betrug. Johannes Heesters (der 2011 im Alter von 107 Jahren starb) hätte, wenn es in den USA bekannt gewesen wäre, vielleicht für ein etwas besseres Bild gesorgt. Mit durchschnittlich 77,4 Jahren sterben auch Sportstars ungewöhnlich früh, wobei ein „Selektions-Bias“ nicht ganz auszuschließen ist. Denn wer wie Sportler und Popstars in jungen Jahren zu Ruhm gelangt, ist im Alter in Vergessenheit geraten und erhält dann möglicherweise keinen Nachruf.

An Politiker, die gerne auch im Rentenalter im Amt bleiben oder erst hineingewählt werden (Adenauer, Reagen) erinnert man sich dagegen eher (wenn auch nicht immer gerne, wie die Reaktion auf den Tod von Maggie Thatcher gezeigt hat). Mit 82,1 Jahren hatten Politiker in der Analyse von Richard und Catherine Epstein, Sydney, die längste Lebenserwartung nach Geschäftsleuten (83,3 Jahre) und - jawohl – Militärs (84,7 Jahre). Diese sterben heute aber nicht mehr auf dem Feld.

Wenn tatsächlich Bühnenstars früher sterben, dann haben sie dies natürlich ihrer ungesunden Lebensweise zu verdanken. Wobei neben Drogen vor allem Tabakrauchen eine Rolle spielt. Nicht weniger als 7,2 Prozent der Performers starben an Lungenkrebs. Unter den Akademikern waren es nur 1,4 Prozent. Von ihnen wird aber auch erwartet, dass sie Gesundheitsrisiken rational einschätzen und vermeiden. Leider gibt in der Auswertung keine Angaben zu Ärzten.

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
Alle Blogs
Gesundheit
Gesundheit
Vom Arztdasein in Amerika
Vom Arztdasein in Amerika
Frau Doktor
Frau Doktor
Pflegers Schach med.
Pflegers Schach med.
Dr. werden ist nicht schwer...
Dr. werden ist nicht schwer...
Global Health
Global Health
Dr. McCoy
Dr. McCoy
Das lange Warten
Das lange Warten
Sea Watch 2
Sea Watch 2
PJane
PJane
Praxistest
Praxistest
Res medica, res publica
Res medica, res publica
Studierender Blick
Studierender Blick
Britain-Brain-Blog
Britain-Brain-Blog
Unterwegs
Unterwegs
Lesefrüchtchen
Lesefrüchtchen
Gratwanderung
Gratwanderung
Polarpsychiater
Polarpsychiater
praxisnah
praxisnah