Das lange Warten

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In Deutschland warten rund 12.000 Menschen auf ein Organ. Einer von ihnen ist Paul Behrend. DÄ-Redakteurin Gisela Klinkhammer begleitet Behrend während seiner Wartezeit auf eine Niere. Sie berichtet regelmäßig in diesem Blog über das (hoffentlich nicht allzu) lange Warten auf das Organ, wie Behrend psychisch damit umgeht und über seine aktuelle gesundheitliche Befindlichkeit.

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Das lange Warten

Das lange Warten

Freitag, 10. Mai 2013

In Deutschland warten rund 12.000 Menschen auf ein Organ. Einer von ihnen ist Paul Behrend (Name von der Redaktion geändert). Der 55-jährige Mitarbeiter im Marketing einer mittelständischen Firma lebt in F., einer Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen. Jede Sekunde könne der ersehnte Anruf kommen, berichtet Behrend dem Deutschen Ärzteblatt. Deshalb habe er sein Smartphone rund um die Uhr dabei. Behrend benötigt nämlich dringend eine neue Niere. Sein Leben hängt buchstäblich an einer Maschine.

Dreimal die Woche jeweils acht Stunden ist er in einem großen Dialysezentrum an ein Dialysegerät angeschlossen. Da er weiterhin seiner geregelten Vollzeittätigkeit nachkommen möchte, hat sich Behrend für eine Nachtdialyse entschlossen. Das heißt, er fährt abends gegen 20 Uhr zu Hause los, um pünktlich um 20.30 Uhr an das Gerät angeschlossen zu werden, das sein Blut reinigt. Nach acht Stunden dann kann er endlich wieder heimfahren. An Schlaf ist in der Zeit kaum zu denken. Zu Hause bleiben dafür dann auch nur noch zwei Stunden Zeit.

Behrend leidet an genetisch bedingten Zystennieren. Von der Krankheit sind bei ihm beide Nieren betroffen. Eine Lebendspende wäre bei ihm aus „familiären Gegebenheiten“ nicht möglich, sagt der Vater zweier Töchter. Sein eigener Vater sei an den Zystennieren verstorben. „Damals gab es ja noch nicht die Möglichkeit der Dialyse.“ Eine seiner Töchter habe die Krankheit ebenfalls geerbt. Behrend macht sich keine Illusionen. Er ist sich dessen bewusst, dass er nach einer Transplantation „eine Krankheit gegen eine andere austauscht“. Immunsuppressiva, die er dann gegen die Abstoßung einnehme müsse, hätten schwere Nebenwirkungen. Das Hautkrebsrisiko sei um das 20-fache erhöht, mit einer Gewichtzunahme sei ebenfalls zu rechnen.

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Dennoch: Eine Transplantation würde seine Lebensqualität deutlich verbessern, meint Behrend. Nicht nur der ständige Schlafmangel macht ihm zu schaffen, auch dass er nie mehr als 800 Milliliter Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen könne, sei gerade im Sommer richtig hart. Er litte an Polyneuropathien, an brennenden Fußsohlen und tauben Zehen. Für Hobbys bleibe kaum Zeit, auch Urlaubsreisen seien schwierig. Es muss grundsätzlich immer eine Dialysemöglichkeit organisiert werden.

DÄ-Redakteurin Gisela Klinkhammer begleitet Behrend während seiner Wartezeit auf eine Niere. Sie berichtet regelmäßig in diesem Blog über das (hoffentlich nicht allzu) lange Warten auf das Organ, wie Behrend psychisch damit umgeht und über seine aktuelle gesundheitliche Befindlichkeit.

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