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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Prävention: US-Kardiologen auf den Hund gekommen

Montag, 13. Mai 2013

Der Ratschlag ist verlockend. Verordne Deinem bewegungsfaulen Patienten einen Hund, und er (oder sie) wird mehrmals täglich die Wohnung verlassen. Bewegung macht schlank, senkt den Blutdruck und bessert die Blutfette. Die Liebe zum Haustier baut außerdem Stress ab und hilft dabei, den Patienten vor einem Herzinfarkt zu schützen. In der Realität kann natürlich das Gegenteil passieren.

Nicht der Patient, sondern Familienangehörige müssen den Hund ausführen, der durch die Vernachlässigung verhaltensgestört den Stresspegel im Haushalt eher erhöht als mindert. Die American Heart Association rät deshalb davon ab, allein aus Gründen der Herzkreislaufprävention einen Hund oder ein anderes Haustier anzuschaffen. Auf der anderen Seite sind die US-Kardiologen aber überzeugt, dass die Liebe zum Haustier eine vorbeugende Wirkung gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben kann.

In einer wissenschaftlichen Stellungnahme hat ein Kardiologenteam um Glenn Levine vom Baylor College of Medicine in Houston die hierzu durchgeführten Studien zusammengefasst. Viele, aber längst nicht alle zeigen, dass Haustierbesitzer häufiger günstige Blutdruck- und Cholesterinwerte haben. Hundebesitzer, die sich selbst um ihr Tier kümmern, erreichen häufiger das von Kardiologen verordnete Bewegungsziel. Bei den meisten Studien handelt es sich jedoch um Beobachtungsstudien, deren Ergebnisse nicht ausschließen, dass Hundebesitzer auch ohne Hund gesünder leben würden.   

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Unter den wenigen kontrollierten Studien befindet sich eine Negativstudie. In der „People and Pets Exercising Together“ oder PPET-Studie waren übergewichtige Besitzer zusammen mit ihren übergewichtigen Hunden auf Diät gesetzt worden. Beide, Besitzer und Hund, nahmen zwar ab, die Wirkung war allerdings nicht größer als in einer Vergleichsgruppe von übergewichtigen Nicht-Hundebesitzern.

In einer anderen von Levine zitierten Interventionsstudie waren Haustiere (Hund oder Katze) nicht in der Lage, die blutdrucksenkende Wirkung von ACE-Hemmern zu steigern. Tabletten waren das einfachere und sichere Mittel, um den Blutdruck zu kontrollieren. Immerhin: In der zitierten Studie verminderte das Haustier den stressinduzierten Anstieg bei den Probanden, die als Broker tätig waren (Haustiere haben sich an der Börse dennoch nicht durchsetzten können).

Während sich die körperliche Bewegung am besten mit Hunden steigern lässt, scheint die Wahl des Haustieres für die stressmildernde Wirkung keine Rolle zu spielen. In den von Levine zitierten Studien erzielten auch Fische, Ziegen, Schimpansen und Schlangen eine günstige Wirkung auf das autonome Nervensystem. In einer Studie bauten auch virtuelle Tiere den Stress ab: Die Probanden hatten sich regelmäßig Videos mit Tieren angesehen.

Insgesamt fällt die Bewertung der American Heart Association zurückhaltend aus. Die Autoren geben eine „Kann“-Empfehlung (Klasse IIb) mit einem Evidenzgrad B (Wirkung durch wenige gute Studien belegt) für die kardiovaskuläre protektive Wirkung. Von der Anschaffung eines Haustieres zu präventiven Zwecken wird eher abgeraten (Klasse III), da es hierfür kaum Wirkungsbelege gebe (Evidenzgrad C).

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Avatar #19708
chrelli
am Montag, 13. Mai 2013, 19:53

Ich sag´s schon

seit langer Zeit: Der Dackel auf Krankenschein bringt´s
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