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Das lange Warten

Das lange Warten

In Deutschland warten rund 12.000 Menschen auf ein Organ. Einer von ihnen ist Paul Behrend. DÄ-Redakteurin Gisela Klinkhammer begleitet Behrend während seiner Wartezeit auf eine Niere. Sie berichtet regelmäßig in diesem Blog über das (hoffentlich nicht allzu) lange Warten auf das Organ, wie Behrend psychisch damit umgeht und über seine aktuelle gesundheitliche Befindlichkeit.

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Das lange Warten

Umfangreiche Urlaubsvorbereitungen

Mittwoch, 15. Mai 2013

Paul Behrend hatte das verlängerte Wochenende über Christi Himmelfahrt für einen Wochenendtrip nach Berlin genutzt. Er berichtet über seine Vorbereitungen: „Ich muss mich bei solchen Reisen bereits relativ langfristig im Voraus um meine Dialyse kümmern. Acht Wochen vor dem Kurzurlaub habe ich dem Dialysezentrum in Berlin, das ich für die Gastdialyse ausgesucht hatte, meine Laborwerte zugesandt.

Kurz vor Antritt der Reise habe ich noch mal die Laborwerte ermitteln lassen, die ich dann am 10. Mai, dem Freitag, mit zur Gastdialyse genommen habe.“ Behrend freut sich, dass letztendlich alles gut geklappt hat. Das sei nämlich durchaus nicht immer Fall: „Ich bin letztes Jahr einmal in einer anderen Stadt gewesen, in der ich nach der Dialyse gedacht habe, dass ich solche Kurzurlaube nicht mehr machen möchte.“ Dort sei alles auf das rein „ökonomische Durchführen einer Dialyse“ ausgerichtet gewesen, beklagt Behrend.

Weitaus umfangreicher sind seine Vorbereitungen für den Sommerurlaub. Geplant ist eine 14-tägige Reise an den Gardasee. „Das sind dann also genau sechs Dialysen, die ich abdecken muss. Da wir ins Ausland fahren, muss ich mich dieses Mal nicht nur um die gesundheitlichen, sondern auch um die finanziellen Aspekte kümmern. Nachdem ich in Italien einen Dialyseplatz gefunden hatte, erfuhr ich, dass die Dialyse dort nicht über die europäische Kran­ken­ver­siche­rungskarte abgerechnet werden kann. Das hätte für mich zur Folge gehabt, dass ich pro Dialyse etwa 100 Euro hätte zuzahlen müssen. Und bei sechs Dialysen kommt man dann ja auf 600 Euro, was nicht gerade wenig ist.“

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Ein Telefonat mit der Krankenkasse sei zunächst erfolglos verlaufen. „Die stehen schließlich auch unter Kostendruck und haben kaum noch Bewegungsfreiheit“, meint Behrend. Schließlich wurde ihm dann aber doch noch eine Übernahme über die europäische Kran­ken­ver­siche­rungskarte zugesichert.

Ein weiteres Problem bei den Urlaubsvorbereitungen bestehe darin, dass die Unterkunft und der Dialyseplatz immer gleichzeitig gebucht werden müssten. So habe er sich zunächst einen anderen Urlaubsort ausgesucht, berichtet Behrend. „Dort hatte ich auch ein wunderschönes Häuschen im Auge, aber die Dialyse hätte ich in einem italienischen Krankenhaus durchführen müssen. Dieses Krankenhaus, das ich im Januar angefragt hatte, teilte mir mit, dass man mir erst im April eine verbindliche Zusage geben könne. Da ich aber die Ferienunterkunft nicht vier Monate freihalten konnte, mussten wir dort leider absagen und umbuchen.“

Den Dialyseplatz suche er sich immer selbst. „Wir haben in unserem Dialysezentrum einen Katalog, an dem man sich orientieren kann. Daraus habe ich allerdings noch nie etwas gefunden. Es gibt auch einige Reisebüros, die auf die Beschaffung von Dialyseplätzen spezialisiert sind. Dort kann man dann auch gleich das Hotel mit buchen. Außerdem haben auch fast alle Kreuzfahrtschiffe eine Dialysestation.“ Eine Kreuzfahrt hat sich Behrend aber fürs Alter aufgehoben. „Wenn ich nicht mehr gut laufen kann, kann ich dann immer noch etwas von der Welt sehen“. 

 

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