Res medica, res publica

Res medica, res publica

Gesundheit ist eine öffentliche Sache. Das war schon 1907 so, als William Ewart seine Antrittsvorlesung am St. George's Hospital in London unter den Titel "Res medica, res publica" stellte. Wo muss der Staat handeln und wie? Was bedeuten gesundheitspolitische Vorschläge, wenn man sie zu Ende denkt? Gedanken dazu von Heinz Stüwe, Fachjournalist für Wirtschaft, Sozial- und Gesundheitspolitik.

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Res medica, res publica

Starke Worte

Montag, 27. Mai 2013

Es waren starke Worte, die Dr. Andreas Köhler zum Auftakt der „Ärztewoche“ in Hannover wählte. Von „repressiver Sozialpolitik“ sprach er in seinem Bericht vor der Ver­tre­ter­ver­samm­lung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Gibt der KBV-Chef der Gesundheits- und Sozialpolitik pauschal das Adjektiv „repressiv“?

Das würde doch sehr verwundern. Schließlich war das Klima zwischen Politik und Ärzteschaft in der zu Ende gehenden Wahlperiode des Bundestags viel besser als in den Jahren zuvor. Und die ärztlichen Körperschaften fanden, wenn es um die Gesetzgebung ging, bei den Ge­sund­heits­mi­nis­tern Rösler und Bahr mehr Gehör als bei ihrer Vorgängerin.

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Aber Köhler geht es nicht um Kritik an der Bundesregierung. Ihn stört das im Gesundheitswesen, in der gemeinsamen Selbstverwaltung von Ärzten und Krankenkassen wie in der Politik verbreitete Denken. Im Originalton: „Ärztliches Handeln wird nur noch definiert über Verhältniszahlen, Qualitätsindikatoren, Orientierungswerte und Veränderungsraten“.

Dem hält Köhler entgegen, der Erfolg einer Arzt-Patienten-Beziehung beruhe „auf Empathie und Ver­trauen, und das ist nicht messbar“. Vom Herrn der Zahlen und des Honorars ist eine solche Feststellung erstaunlich und bemerkenswert. Köhler gab selbstkritisch zu, dass die ärztlichen Körperschaften selbst ihren Beitrag zu einer „verwaltenden und vermessenden Medizin“ leisteten. Deshalb richtet sich sein Appell auch an die eigene Adresse.

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Avatar #35216
konnrich
am Montag, 27. Mai 2013, 22:52

Köhler: Vom Saulus zum Paulus

Ausgerechnet der "Unterdrücker der empathischen (= sprechenden) Medizin" schiebt das, was er verursacht hat, der Politik in die Schuhe. Einen Brand verursachen und dann auf andere zeigen, ein weiteres Beispiel für das Niveau unseres Präsidenten!
K. R.
LNS
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