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Das lange Warten

Das lange Warten

In Deutschland warten rund 12.000 Menschen auf ein Organ. Einer von ihnen ist Paul Behrend. DÄ-Redakteurin Gisela Klinkhammer begleitet Behrend während seiner Wartezeit auf eine Niere. Sie berichtet regelmäßig in diesem Blog über das (hoffentlich nicht allzu) lange Warten auf das Organ, wie Behrend psychisch damit umgeht und über seine aktuelle gesundheitliche Befindlichkeit.

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Das lange Warten

Abkehr von der Nachtdialyse

Dienstag, 11. Juni 2013

Paul Behrend hat gewechselt – von der Nacht- in die Spätdialyse. Zwar hätte die Nachtschicht große Vorteile gehabt. „Die lange Dialysedauer von jeweils acht Stunden pro Nacht führt dazu, dass der Körper schonend entgiftet wird. Die Entgiftung ist auf diese Weise auch besonders gründlich. Das hat zur Folge, dass man auch etwas mehr trinken kann“, berichtet Behrend.

Theoretisch habe ihm dadurch dann auch der Tag zur Arbeit zur Verfügung gestanden. „Das funktioniert aber nur, wenn man nachts auch schlafen kann“. Und genau das sei bei ihm eben nicht der Fall gewesen. „Alle anderen haben immer geschlafen. Aber bei klappte es einfach nicht. Trotz eines starken Schlafmittels konnte ich nachts nie mehr als zwei Stunden schlafen. Obwohl ich meist bis Mitternacht Fernsehen geschaut habe, war ich meistens spätestens um drei Uhr schon wieder wach.“ Die netten Krankenschwestern hätten ihm dann eine Tasse Kaffee gebracht, um fünf Uhr wurde er „abgehängt“. „Ich bin dann immer ziemlich groggy nach Hause gefahren. Groggy wegen der Dialyse, aber vor allem wegen des Schlafdefizits“. Zu Hause konnte Behrend dann noch mal etwa zwei Stunden schlafen, bevor er zur Arbeit fuhr. „Man kann sich ja vorstellen, dass ich da dann nicht besonders fit war. Ich hatte schwere Beine und habe mich sehr abgeschlagen gefühlt“, so Behrend. Samstags sei er immer „richtig hinüber“ gewesen.

Und nach zwei Jahren zog Behrend dann das ernüchternde Resümee: „Die Nachtdialyse ist bei mir gescheitert.“ Jetzt fährt er in der Regel gleich nach der Arbeit gegen vier Uhr zur Dialyse. „Wenn ich dann gegen zehn Uhr abgehängt bin, fahre ich nach Hause und bin dann so gegen zwölf Uhr im Bett. Dann komme ich auf etwa sechs bis sieben Stunden Schlaf.“ Und Behrend stellt fest: „Ich fühle mich deutlich besser.“ Jetzt ist er nur noch gespannt, ob die nächsten Laborergebnisse eine Verschlechterung zeigen.

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