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Res medica, res publica

Res medica, res publica

Gesundheit ist eine öffentliche Sache. Das war schon 1907 so, als William Ewart seine Antrittsvorlesung am St. George's Hospital in London unter den Titel "Res medica, res publica" stellte. Wo muss der Staat handeln und wie? Was bedeuten gesundheitspolitische Vorschläge, wenn man sie zu Ende denkt? Gedanken dazu von Heinz Stüwe, Fachjournalist für Wirtschaft, Sozial- und Gesundheitspolitik.

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Res medica, res publica

Entschiedenes Sowohl-als-auch

Montag, 24. Juni 2013

Was hat es zu bedeuten, dass die Gesundheits- und Pflegepolitik in dem heute vorgestellten Wahl­programm der Unionsparteien nur fünf von 128 Seiten füllt? Wenig, schließlich können auch knappe Aussagen wegweisend sein. Obwohl Programme aller Parteien immer wohlklingende Allgemeinplätze enthalten, ist man nach der Lektüre enttäuscht.

Klingt doch „Regierungsprogramm 2013 – 2017“, wie der offizielle Titel des Papiers lautet, nach konkreten Projekten und Vorhaben. Die aber muss man im gesundheitspolitischen Kapitel mit der Lupe suchen. So wird als Maßnahme, um die medizinische Versorgung in dünn besiedelten Gebieten sicherzustellen, nur der Ausbau der Telemedizin genannt. 

Ansonsten herrscht ein entschiedenes Sowohl-als-auch vor: CDU und CSU sind für ein solidarisches Gesundheitswesen und für Eigenverantwortung des Einzelnen, für stabile Versicherungsbeiträge und einen Ausbau der Gesundheitswirtschaft, für niedrige Lohnzusatzkosten und eine moderate Erhöhung des Pflegeversicherungsbeitrags, für jederzeit erreichbare Ärzte und für „wirksam und wirtschaftlich gestaltete“ medizinische Leistungen. Und für die Beibehaltung der privaten Kran­ken­ver­siche­rung­ – dies zumindest eine Festlegung, die bei etwaigen Verhandlungen über eine große Koalition von Bedeutung sein dürfte.

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Zu loben ist, dass die Rolle von Ärztinnen und Ärzten, die Bedeutung aller im Gesundheitswesen Tätigen mehrfach angesprochen wird: „Den Kern unseres freiheitlichen Gesundheitswesens bilden die freie Arzt- und Krankenhauswahl, die Therapiefreiheit und die Unabhängigkeit der freien Gesundheitsberufe“, heißt es. Die Attraktivität der Gesundheitsberufe soll gesteigert werden. Hervorgehoben wird die Bedeutung des Hausarzts für die medizinische Versorgung im ländlichen Raum. CDU und CSU wollen ein Gesundheitswesen, „in dem alle Beteiligten in Medizin und Pflege ihre Verantwortung gegenüber Patienten sorgsam wahrnehmen.“ Wer mag da widersprechen?

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Mittwoch, 26. Juni 2013, 20:38

Heidi und der Alm-Öhi entwerfen ein Regierungs-Wahlprogramm fürs Dörfli?

Entlarvend, das Wahlprogramm der beiden Unionsparteien bereits im Titel als "Regierungsprogramm 2013-2017" zu verkünden.
http://www.cdu.de/sites/default/files/media/dokumente/cdu_regierungsprogramm_2013-2017.pdf
Parteiinterne Diskussionen, Mehrheitsfindungen und Abstimmungen fanden nicht statt. Ex-cathedra wird alternativlose Leere und Substanzlosigkeit verkündet, mit Themen, die man sich noch schnell von der SPD und den Grünen heruntergeladen hat. Was sich die Bundeskanzlerin, Frau Dr. Angela Merkel und der Meister der seriellen Monogamie, der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer, da als blumige Gebrauchslyrik zusammengestoppelt haben, könnte man als Festival der Volksmusik vertonen. Idylle, Heimatromantik, Selbstlob und hohle Versprechungen, die einen Stress- und Realitätstest nie überstehen würden, sind die Zutaten.

Die Gesundheitspolitik wird eingeklemmt zwischen "4.6 Für ein gutes Leben im Alter – sichere Rente" und "4.8 Aussiedler und Heimatvertriebene – ein Gewinn für unser Land" als "4.7 Gesundes Land – gute Versorgung für alle": Das Bild von tapferen, selbstlosen Ärztinnen und Ärzten, die jederzeit Tag und Nacht erreichbar sind, wird entworfen. Parallele Beliebigkeiten von PKV und GKV, arm und krank, gesund und reich (oder war es etwa umgekehrt?) werden ebenso beschrieben wie jederzeit freie Arzt- und Krankenhauswahl, Therapiefreiheit und Unabhängigkeit, Selbstverantwortung und Solidarität. Es klingt fast wie das Motto eines Swingerclubs, "Alles kann, Nichts muss". Diese Ideen- und Konzeptionslosigkeit der CDU/CSU-Führung ist wahrlich "alternativlos".

Was diesen "Toten Hosen" in der Schwarz-Gelben Koalition wirklich fehlt, ist ein echter Lausbub wie der Geissenpeter! Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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