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Das lange Warten

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In Deutschland warten rund 12.000 Menschen auf ein Organ. Einer von ihnen ist Paul Behrend. DÄ-Redakteurin Gisela Klinkhammer begleitet Behrend während seiner Wartezeit auf eine Niere. Sie berichtet regelmäßig in diesem Blog über das (hoffentlich nicht allzu) lange Warten auf das Organ, wie Behrend psychisch damit umgeht und über seine aktuelle gesundheitliche Befindlichkeit.

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Das lange Warten

Der Beginn der Dialyse – die Bauchfelldialyse

Donnerstag, 11. Juli 2013

Wie war eigentlich der Beginn der Dialysezeit? Für Paul Behrend kam er jedenfalls nicht überraschend. „Ich wusste schon mit 30 Jahren oder sogar noch früher, dass eine Dialyse irgendwann für mich unausweichlich sein würde. Dennoch war ich einigermaßen schockiert und aufgeregt, als es endlich so weit war“, berichtet er.

Zunächst stand eine Grundsatzentscheidung an: Bauchfell- oder Hämodialyse? Nach der Beratung mit seiner Nephrologin entschied sich Behrend für die Bauchfelldialyse, „weil ich die zu Hause machen konnte.“ Für diese Peritonealdialyse musste ihm zunächst ein Katheter  in die Bauchhöhle implantiert werden. Über diesen Katheter wurde ihm dann regelmäßig eine Dialyselösung in den Bauchraum gefüllt und dort über mehrere Stunden belassen.

Die kleinmolekularen Substanzen konnten aus dem Blut über die Kapillargefäße des Bauchfells in die Dialyselösung übertreten, da ein Konzentrationsgefälle herrscht. Die Dialyselösung musste nach vier bis fünf Stunden abgelassen und durch eine frische ersetzt werden. „Vom Verfahren her war es eigentlich recht einfach. Dennoch war es schon ein merkwürdiges Gefühl, sich regelmäßig etwa zwei Liter Wasser in den Bauch zu füllen“, meinte Behrend.

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Er sei jedoch in einer längeren Trainingszeit intensiv auf die Peritonealdialyse vorbereitet worden. „Das hat mir sehr geholfen. Die Pflegerin hat mich gelehrt, wie ich diese Dialyse zu Hause möglichst steril durchführen konnte. Man muss beispielsweise immer einen Mundschutz tragen. Fenster und Türen sollten während der Dialyse immer geschlossen bleiben.“

Doch zu seiner eigenen Überraschung ist Behrend damit „ganz gut fertig geworden. Der Einstieg in die Dialyse ist mir durch diese Bauchfelldialyse leicht gemacht worden, weil ich viele meiner Ängste dadurch abbauen konnte“. Er sei durch die Beschäftigung mit „den technischen Dingen“ zunächst einmal von seinem persönlichen Leid abgelenkt worden.

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Avatar #668464
Diätassistentin
am Freitag, 12. Juli 2013, 20:12

Interessant

Hallo, ich bin Diätassistentin, keine Ärztin, aber da ich vor kurzer Zeit eine Fortbildung zur nephrologischen Ernährungstherapie besucht habe, finde ich die Einblicke sehr interessant.
Besonders aber auch für Diät- Schüler, die sich mit dem Thema Dialyse beschäftigen.
Daher habe ich den Blog gleich einmal weiterempfohlen.
Ich wünsche Ihnen alles Gute und hoffentlich bald eine neue Niere.
LNS
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