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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Antibiotici. Soluzione o problema? Wie Italien Antibiotika einsparen könnte

Donnerstag, 19. September 2013

Italien hat den höchsten Antibiotikaverbrauch in Europa. Die Verordnungen sind hier dreimal höher als in Nordeuropa und innerhalb Italiens gibt es ebenfalls ein starkes Nord-Süd-Gefälle. „Antibiotici“ gelten bei der Bevölkerung als ein probates Mittel gegen alle akuten Erkrankungen der oberen Atemwege. Ein Bewusstsein zur Kosten- und Resistenzproblematik existierte bisher kaum.

Doch Italiener sind nicht dümmer als andere Menschen und durchaus empfänglich für vernünftige Argumente, dachte sich die Agenzia sanitaria e sociale regionale (ASSR) der Region Emilia-Romagna. In den Provinzen Modena und Parma wurde zwischen November 2011 und Februar 2012 eine Informations­kampagne zum rationalen Einsatz von Antibiotika gestartet. Es wurden Plakate aufgehängt und Broschüren ausgelegt, in Apotheken und Wartezimmern liefen Videos. Auch zwei Talkshows im Fern­sehen nahmen sich des Themas an, das Radio berichtete, und in Tageszeitungen und im Internet wurden Anzeigen geschaltet. Und auch die verschreibenden Ärzte wurden informiert. 

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Das Thema „Antibiotici. Soluzione o problema?“ kam an. Wie eine Begleitstudie im Britischen Ärzteblatt zeigt, ging der Antibiotika-Verbrauch in den beiden Provinzen um 11,9 Prozent stärker zurück als in den anderen Provinzen von Emilia-Romagna (minus 7,4 Prozent) und im restlichen Italien (minus 3,2 Prozent). Zwar sind die absoluten Verordnungen immer noch hoch, doch ein Anfang ist nach Ansicht von Giulio Formoso von der Regionalverwaltung in Bologna gemacht. Die Werbekampagne war auch wirtschaftlich sinnvoll. Kosten in Höhe von 46.000 Euro standen Einsparungen durch die verminderte Antibiotikaverordnung von 200.000 bis 406.000 Euro gegenüber.

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