Studierender Blick

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Medizin studieren im Alltag - zwischen universitärem Leben und der (Un)Gewissheit über Zukunftsperspektiven. Hormos Dafsari debattiert, was sich in den Köpfen der Zukunft abspielen mag, auch wenn es mal herkömmlicher Natur ist.

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Studierender Blick

Das Ende vom Anfang

Montag, 14. Oktober 2013

Sehr früh schon beginnt die Identifikation eines angehenden Mediziners mit der Berufswahl. Die Gesundheitskompetenz, vielmehr das Wiederfinden in der ärztlichen Grundhaltung, ist ein stetig entwickelndes "work in progress". Vom Krankenpflegedienst bis zu Unterrichtseinheiten am Krankenbett im klinischen Studienabschnitt – fast stündlich baut sich ein Sammelsurium an Erfahrungsschätzen in Gesprächsführung und sozialen Umgangsformen auf. Doch bevor man es realisiert, steht man vor der Frage, wohin geht es nun?

Die Wahl einer Facharztweiterbildung wird zumeist mit dem praktischen Jahr assoziiert, doch wahrhaftig bilden sich die ersten Schemen weit früher. Freunde und Verwandte konfrontieren den Studierenden auch schon mal gerne vor Studienbeginn mit dieser gut gemeinten Frage nach der Berufswahl im engeren Sinne.

Die Studierenden sitzen in ihren ersten Vorlesungen der universitären Medizin mit einem Gefühl der entdeckenden Zuversicht und liebäugeln mehr als einmal mit verschiedensten Fachdisziplinen. Oft obliegt es den klinischen Chef- und Oberärzten in ihren Hauptvorlesungen, die Faszination und partikularen Eigenheiten ihres Fachs in kondensierter Form zu vermitteln. Denn entsprechend dieses Eindrucks wählen die Studierenden ihre Famulaturabschnitte und schnuppern dann in den Alltag hinein.

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Zu Beginn des praktischen Jahres ist es dann oft zu spät, um die vielen Weiten der Medizin kennenzulernen. Unzählige Studierende laufen ihre Studienzeit ab, ohne die "kleineren Disziplinen" mehr als eine Woche erprobt zu haben.

Die Fachgesellschaften haben sich in jüngster Zeit immer mehr mit dem Wunsch einer attraktiveren Darstellung vor der heranwachsenden Generation auseinander gesetzt. Rufe nach einer Qualitäts­sicherung von Famulaturen, Lernzielen und zusätzlichen Angeboten (Summer Schools, Kongressen etc.) sind flächendeckend zu finden. Seit der Feststellung eines Ärztemangels sehen Fachgesellschaften sich zunehmend in der Lage eines Wettbewerbs um Zuwachs – jedoch nehmen die Studierenden diesen noch nicht in der Breite wahr, besonders nicht in den eigens legitimierten Hochschulen.

Diese Dissonanz ist noch unerklärt, auch wenn man naheliegende Vermutungen stellen kann. Drum bin ich zumindest sehr gespannt, welches Modell der Fachgesellschaften sich als gewinnbringend erweist: die klassische Option der "Königsdisziplin" als rar und schwer zu erreichendes Lebenswerk oder doch eher die sanftmütige Option eines Jedermann-Berufs mit offenen Strukturen und einer Balance zwischen Freizeit und Arbeit?

Noch spannender wird es, wenn die ersten Ergebnisse der Studien der Versorgungs- und Ausbildungsforschung umgesetzt werden und sich neue, bunt gemischte Optionen bilden. Periphere Kliniken zeigen oft die ersten Reaktionen - wann die Hochschulmedizin davon flächendeckend beeinflusst wird, ist noch schwer abzuschätzen. Und letzten Endes ist und bleibt dort die Stellschraube.

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