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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Gewürze mit Salmonellen und Insektenteilen

Freitag, 1. November 2013

Exotische Gewürze sollen den Geschmack von Speisen verfeinern, die Liste der „Inhaltsstoffe“, die die US-Aufsichtsbehörde FDA jetzt veröffentlicht hat, dürfte vielen Menschen aber eher den Appetit verderben. Insgesamt 12 Prozent aller Proben waren kontaminiert. Neben pathogenen Bakterien wie Salmonellen, Clostridium perfringens, Cronobacter, Shigellen oder Staphylococcus aureus, entdeckten die Wissenschaftler auch Insekten (lebende und tote, ganz oder in Teilen), Exkremente (von Land­tieren, Vögeln und Insekten), Haare (von Mensch, Nagern, Fledermäusen, Kühen, Schafen, Hunden, Katzen oder anderen) und andere Bestandteile (Federn, Zweige, Steine, Holzspäne, Plastik und Gummibänder), die nicht unbedingt bei der Ernte, sondern auch bei der Lagerung und Verarbeitung in die Produkte gelangt sein könnten.

Das ist nicht nur ekelhaft, sondern manchmal auch krankheitserregend. Die FDA dokumentiert für den Zeitraum 1973 bis 2010 insgesamt 1.946 Erkrankungen, darunter einige aus Deutschland. Diese Fälle sind mit Sicherheit nur die Spitze des Eisbergs, wenn man bedenkt, dass allein in 7 Prozent aller untersuchten Proben Salmonellen gefunden wurden. Auf Gewürze wird bei der Ursachensuche jedoch selten geachtet, und noch seltener können sich die befragten Betroffenen daran erinnern, womit sie ihre Speisen gewürzt haben.

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Die FDA hat die Hersteller gewarnt. Demnächst sind Besuche bei Gewürzherstellern in Indien geplant. Wie schnell sich Erreger ausbreiten können und wie schwierig der Nachweis sein kann, hat in Deutschland zuletzt die EHEC O104:H4-Epidemie im Frühjahr 2011 gezeigt. Das Ausbruchs­geschehen konnte erst nach mehreren Anläufen aufgeklärt werden. Beim Auslöser handelte es sich um kontaminierte Bockshornkleesamen, die den Speisen zur Geschmacksverbesserung – im weitesten Sinn also als Gewürz – zugesetzt worden waren.

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