DÄ plusBlogsBritain-Brain-BlogKleiderkammer versus Waschmaschine
Britain-Brain-Blog

Britain-Brain-Blog

Von Norddeutschland nach Nordengland. Ladydoc wagt im Königreich den Blick über den Tellerrand. Hier bloggt sie über ihre Erlebnisse als „Trainee“ in der Psychiatrie.

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Britain-Brain-Blog

Kleiderkammer versus Waschmaschine

Montag, 18. November 2013

Eine Badelatsche Größe 34 am rechten Fuß, der linke Fuß nackt, aber dafür ein Gummistiefel in geschätzt Herrengröße 46 in der linken Hand – so kam eine mir unvergessliche Patientin einmal in Polizeibegleitung in die Psychiatrie. Sie hatte in einem Messie-Haushalt gelebt. Die Kleider standen vor Schmutz, und die langen Haare waren komplett verfilzt. So waren erst Nachbarn und dann Gesund­heitsamt auf sie aufmerksam geworden, was letztlich zu ihrer Einweisung geführt hatte.

Manchmal gibt es niemanden, der dann frische, saubere Kleidung und passende Schuhe vorbei bringt. In einem somatischen Krankenhaus werden solche Patienten üblicherweise nach einem Bad in das berühmte „Flügelhemdchen“ gesteckt. In einer psychiatrischen Abteilung ist das allerdings keine Lösung, schließlich wollen und sollen unsere Patienten selten im Bett bleiben.

In dem deutschen psychiatrischen Krankenhaus, in dem ich zuletzt gearbeitet habe, gab es für solche Fälle eine Kleiderkammer. Sehr praktisch konnte hier auf Kleiderspenden zurückgegriffen werden, die nette Leute aus der Gegend immer wieder mal vorbei brachten. Was allerdings, wenn jemand einen neuen Satz Kleidung bekommt, aber niemand kommt der diesen wäscht? Dann musste immer wieder neue Kleidung über die Kleiderkammer herbeigeschafft werden.

Anzeige

In meinem Krankenhaus in England gibt es so eine Art orangen Zweiteiler statt Flügelhemd, der mich stark an Sträflingskleidung erinnert. Dafür gibt es aber auch eine Waschmaschine, so dass kaum mit Kleiderspenden, sondern eben diesem orangen Zweiteiler als Pyjama, bzw. eigener Kleidung der Patienten gearbeitet werden kann. Viel praktischer, wie ich finde, da sich keine Dreckwäsche stapelt und es für die Patienten angenehmer ist ihre eigenen Sachen zu tragen. Allerdings auch aufwendig… irgendjemand (meist Reinigungskraft oder Support Worker) muss ja waschen.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #87388
Andreas Skrziepietz
am Dienstag, 19. November 2013, 21:26

irgendjemand muß ja waschen

können das nicht die ärzte machen?
LNS
Alle Blogs
Gesundheit
Gesundheit
Vom Arztdasein in Amerika
Vom Arztdasein in Amerika
Frau Doktor
Frau Doktor
Pflegers Schach med.
Pflegers Schach med.
Dr. werden ist nicht schwer...
Dr. werden ist nicht schwer...
Global Health
Global Health
Dr. McCoy
Dr. McCoy
Das lange Warten
Das lange Warten
Sea Watch 2
Sea Watch 2
PJane
PJane
Praxistest
Praxistest
Res medica, res publica
Res medica, res publica
Studierender Blick
Studierender Blick
Britain-Brain-Blog
Britain-Brain-Blog
Unterwegs
Unterwegs
Lesefrüchtchen
Lesefrüchtchen
Gratwanderung
Gratwanderung
Polarpsychiater
Polarpsychiater
praxisnah
praxisnah