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Studierender Blick

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Medizin studieren im Alltag - zwischen universitärem Leben und der (Un)Gewissheit über Zukunftsperspektiven. Hormos Dafsari debattiert, was sich in den Köpfen der Zukunft abspielen mag, auch wenn es mal herkömmlicher Natur ist.

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Studierender Blick

Wo es am schönsten ist

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Das Konzept einer "Vorlesung" ist spätestens nicht mehr zeitgemäß, seitdem der Dozent nicht mehr aus einem Buch vorlesen muss, sondern gezielte Bilder per Beamer an die Wand werfen kann. Die frontale Plenardidaktik hat seitdem eine Revolution erlebt - es gibt knallige Animationen, tolle Grafiken auf Abruf, innovative Prüfungsformate (z.B. ein TED-System wie beim Publikumsjoker von „Wer wird Millionär?”).

Doch in einer Frage sind wir Deutschen eigenartigst frühzeitig in der Entwicklung stehen geblieben: Wenn sich mittlerweile die gesamte Bandbreite von Lehrabläufen digitalisieren lässt, warum kann man dann nicht einfach von zu Hause studieren? Selbstverständlich müssen Studierende regelmäßig Praktika am Patientenbett erfahren und objektivierte Prüfungen schreiben, doch was machen sie in der restlich verbliebene Zeit?

Im angloamerikanischen Raum sind sogenannte MOOCs, Podcasts oder sonstige digitalisierte Vorträge weit verbreitet. Ich möchte hier kein "argumentum ad crumenam" verwenden, doch es bleibt zu erwähnen, dass die Datenlage der jüngeren Ausbildungsforschung ein eindeutig favorisierendes Licht auf zugängliches eLearning stellt. Zusätzlich gibt es eine offensichtliches Ungleichgewicht zwischen der Anzahl an Studienplätzen und dem eigentlichen Bedarf an Ärzten, welches unter anderem auch einer grundsätzlichen Fehlverteilung von Fakultäten zugeschrieben werden kann.

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Die Studienplätze werden anhand relativ willkürlicher Modi berechnet – in Annahme, dass ein Lehrdeputat nur dann erfüllt werden kann, wenn ein Professor eine zu bestimmende Anzahl von Studierenden betreuen kann. Doch wirklich strukturiert aufgezogenes eLearning kann ganze Hörsäle füllen, Studierende aus allen Ecken Deutschlands rekrutieren und dabei jeden dort treffen, wo er sich am wohlsten fühlt: am eigenen Schreibtisch.

Zumindest gilt das nur für den theoretischeren Anteil des Studiums - Praktika sind hierbei erstmal ausgenommen und können auch in eins zu eins Betreuung im Rahmen von Famulaturen auf dem Land abgeleistet werden.

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Avatar #87388
Andreas Skrziepietz
am Mittwoch, 18. Dezember 2013, 12:47

was allerdings am Tag der Untersuchung erst ausgehändigt wurde, bei Terminvergabe keine Rede davon

weiß man ja auch nicht von selbst. und mitdenken wäre natürlich zu viel verlangt.
Avatar #587289
drerko
am Mittwoch, 18. Dezember 2013, 09:01

Patientenkontakte

aus eigener Erfahrung als Pat. kann ich eine radiologische Praxis für Famulanten, die lieber keine direkten Kontakte zu Pat. haben möchten, wärmstens empfehlen: in ca. drei Stunden, die ich in dieser Praxis zur nuklearmedizinischen Diagnostik verbrachte, habe ich keinen Arzt gesehen, niemand hat sich bei mir mit Namen oder Nennung der Funktion vorgestellt, niemand hat mich zu meinen Beschwerden befragt, Namensschilder auch keine gesehen, bis auf Ausfüllen eines Formulars (in dem zwar stand, dass mitgebrachte Fremdbefunde für die Auswertung der Untersuchung hilfreich wären (was allerdings am Tag der Untersuchung erst ausgehändigt wurde, bei Terminvergabe keine Rede davon), zuletzt wurde mir gesagt, dass der Befund an den überweisenden Kollegen geschickt würde und mir wurde eine CD mit Bildern (ohne Befundbeschreibung) mitgegeben, auf der ausdrücklich ein Hinweis zu lesen ist, dass diese Bilder nicht zur Befunderstellung geeignet sind.
Avatar #87388
Andreas Skrziepietz
am Donnerstag, 5. Dezember 2013, 18:28

Ungleichgewicht zwischen der Anzahl an Studienplätzen und dem eigentlichen Bedarf an Ärzten

Für das u.a. die vom Engländer ("große Chanve für junge Mediziner") verschuldeten Arbeitsbedingungen verantwortlich sind. Es gibt zur Zeit kaum einen unattraktiveren akademischen Beruf als Arzt.
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