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Das lange Warten

Das lange Warten

In Deutschland warten rund 12.000 Menschen auf ein Organ. Einer von ihnen ist Paul Behrend. DÄ-Redakteurin Gisela Klinkhammer begleitet Behrend während seiner Wartezeit auf eine Niere. Sie berichtet regelmäßig in diesem Blog über das (hoffentlich nicht allzu) lange Warten auf das Organ, wie Behrend psychisch damit umgeht und über seine aktuelle gesundheitliche Befindlichkeit.

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Das lange Warten

Das häusliche Umfeld

Dienstag, 17. Dezember 2013

Es fällt Paul Behrends nicht leicht, über das Thema Familie zu sprechen. Denn die ist „natürlich in höchstem Maße mit betroffen von meiner Erkrankung“, berichtet er. Seine Töchter wohnen inzwischen zwar nicht mehr im Elternhaus, aber dennoch merke er nach wie vor, wie sehr das Familienleben dadurch beeinträchtigt sei, dass er viele Dinge des täglichen Lebens nicht erledigen könne. „Da ist zum einen die Dialysezeit, in der ich ausfalle. Dadurch bin ich 25 bis 30 Stunden nicht da. Und dazu kommt noch meine Arbeitszeit.“

Am häuslichen Leben könne er also schon allein wegen seiner häufigen Abwesenheiten kaum teilnehmen. Ein weiteres Problem seien aber auch noch seine gesundheitlichen Probleme. „Da fällt dann beispielsweise der Sonntagsspaziergang aus, weil mir meine Polyneuropathie zusetzt oder weil ich eine schlechte Dialyse gehabt habe. Wenn wir samstags abends ausgehen, muss ich oft schon um 22 Uhr nach Hause fahren, weil es mir nicht gut geht.“

Eigentlich sei er ein handwerklich begabter Mensch, sagt Behrend von sich selbst: Malerarbeiten habe er immer als entspannend empfunden. „Und jetzt stelle ich auf einmal fest. Ich brauche für alles fünfmal so lange wie vorher. Unser Haus hat beispielsweise mehrere Etagen. Wenn ich von oben nach unten laufe, dann muss ich mich erst mal wieder hinsetzen.“ Und diese Probleme beträfen in hohem Maße eben auch seine Familie. 

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Das Schlimmste sei allerdings die ständige Sorge um seine Gesundheit. „Bei jeder Erkrankung stelle ich mir die Frage: Was ist es jetzt? Ist es etwas Schlimmes? Bin ich gleich wieder im Krankenhaus?“ Gesprochen würde aber darüber nicht immer, weil das die Situation auch nicht leichter machen würde. „Man kann ja auch nicht ständig klagen und jammern".

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