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Das lange Warten

Das lange Warten

In Deutschland warten rund 12.000 Menschen auf ein Organ. Einer von ihnen ist Paul Behrend. DÄ-Redakteurin Gisela Klinkhammer begleitet Behrend während seiner Wartezeit auf eine Niere. Sie berichtet regelmäßig in diesem Blog über das (hoffentlich nicht allzu) lange Warten auf das Organ, wie Behrend psychisch damit umgeht und über seine aktuelle gesundheitliche Befindlichkeit.

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Das lange Warten

Rückschläge im Warteprozess

Freitag, 13. Dezember 2013

Vor einigen Wochen bekam Paul Behrend während eines geschäftlichen Termins starke Zahnschmerzen. „Ich hatte Ibuprofen 600 in der Tasche und habe das Schmerzmittel drei Tage lang genommen.“ Auf diese Weise konnte er seine Geschäftsreise trotz permanenter Zahnschmerzen überstehen. Als er mit einer Kollegin nach Hause fuhr, rief diese erschrocken aus: „ Mensch, hast Du mal in den Spiegel geschaut? Du hast eine ganz dicke Backe.“

An diesem Abend musste Behrend zur Dialyse. Inzwischen war die Backe sogar noch dicker geworden. Die diensthabende Ärztin verordnete ihm Antibiotika und schickte ihn am nächsten Tag zum zahn­ärztlichen Notdienst. Dort stellte man fest, dass sein Kiefer „oben komplett vereitert war. Ein Zahn war bereits locker. Der wurde gleich gezogen.“ 

„Es tauchte schließlich die Frage auf, inwieweit ich mich von der Transplantationsliste abmelden muss“, berichtet Behrend. Mit den Entzündungsherden im Mund kann er nicht transplantiert werden, weil diese unter der Immunsuppression im Anschluss an die Transplantation nicht mehr zu beherrschen seien.

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In solchen Fällen werde man zwar nicht von der Transplantationsliste gestrichen, man werde aber als „zurzeit nicht transpantabel“ geführt. „Das heißt, alle Organe, die vergeben werden, kommen zurzeit für mich nicht infrage“, erläuterte Behrend. „Ich muss mich also auch nicht erschrecken, wenn das Telefon klingelt, weil es nicht das Transplantationszentrum sein kann.“

Jetzt müsse erst einmal die weitere Behandlung geklärt werden. Glücklicherweise habe er einen Zahnarzt gefunden, der sich mit Dialyse und Transplantation auskenne. Der solle dann entscheiden, ob tatsächlich bis zu sieben Zähne gezogen werden müssten, was zunächst angedacht gewesen sei.

„Auf jeden Fall wird die Prozedur sich bis Weihnachten hinziehen, und vorher werde ich nicht transpantabel sei“, befürchtet Behrend. Das treffe ihn insofern besonders hart, weil er bisher noch nie Probleme mit seinen Zähnen gehabt habe. Da komme jetzt abgesehen von der Rückstellung auf der Transplantationsliste einiges auf ihn zu.

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