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Studierender Blick

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Medizin studieren im Alltag - zwischen universitärem Leben und der (Un)Gewissheit über Zukunftsperspektiven. Hormos Dafsari debattiert, was sich in den Köpfen der Zukunft abspielen mag, auch wenn es mal herkömmlicher Natur ist.

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Studierender Blick

Von Mäusen und Menschen

Mittwoch, 5. Februar 2014

In wenigen Ländern auf dieser Welt studiert man so lang wie in Deutschland. Europäische Hochschulen scheinen sich mittlerweile allesamt darauf geeinigt haben, ein kürzeres Studium von fünf Jahren zu realisieren. Einerseits wird das praktische Jahr oftmals ausgelagert – analog zum deutschen "Arzt im Praktikum" in Großbritannien als "foundation year" oder in den USA als "internship". Wie grün die Assistenten noch hinter ihren Ohren sind, kann man realitätsnah in der Fernsehserie Scrubs beobachten.

Ein weiterer Grund, warum das deutsche Medizinstudium einem anderen Uhrwerk zu folgen scheint, versteckt sich in den langen semesterfreien Zeiten. Fast die Hälfte des Jahres ist frei von Vorlesungen - doch sind das wirklich Ferien? Liegt der Studierende unter einer kubanischen Palme und sonnt sich?

Nein, ich denke nicht. Im klinischen Studienabschnitt verbringen die meisten Studierende möglichst viel Zeit in Famulaturen oder ihren Doktorarbeiten und ich möchte Ihnen erzählen, warum das eine gute Sache ist.

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Von den meisten Chefärzten in Deutschland hört man, dass sie sich heutzutage nicht mehr ihre Assistenten nach exzellenten Noten aussuchen. Engagement und Hingabe sind die Qualitäten, die sie in einem Arzt mit Leistungsbereitschaft sehen möchten. Sie suchen jemanden, der weiß, warum er sich beworben hat und vielleicht sogar eine dunkle darüber besitzt, wo er in 3 Jahren stehen möchte. Doch wie kann man eine so subjektiv interpretierbare Qualität wiedergeben?

Ich wiederhole immer wieder gerne: Die medizinische Lehre an deutschen Hochschulen ist eine Balance zwischen Studium und Ausbildung. Das deutsche Modell einer Famulatur zeichnet sich dadurch aus, dass der Studierende wirklich was mit seinen eigenen Händen machen darf, z.B. Blutabnahmen oder Patientenaufnahmen. In Großbritannien oder den USA darf man diese Tätigkeiten nicht an Patienten ausüben, solange man keine Teilapprobation nach fünf Jahren an der Universität besitzt. 

Deutsche Famulanten haben die Möglichkeit, überall Berufserfahrungen zu sammeln, welche sie für ihr gesamtes Leben prägen. Sie haben die Möglichkeit neben ihrer Famulatur im Rahmen ihrer Promotion zu forschen - oftmals im selben Fach. Sie können sich ein Bild davon machen, was es bedeutet, akademisch tätig zu werden. Und ja, deutsche Hochschulen sind international sichtbar, weil die allermeisten Mitarbeiter an Hochschulen forschend tätig sind. 

Um alle diese Möglichkeiten zu nutzen, brauchen die Studierenden vor allem eines: Zeit.

Zeit für Erfahrungen am Patientenbett, für die Prägung von Zukunftsperspektiven, aber vor allem für die persönliche Entwicklung. 

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Avatar #679833
RobBär
am Samstag, 15. Februar 2014, 12:30

frisch aus dem Studium

Ich habe mein Studium eben erst in der Mindeststudienzeit absolviert und definitiv nicht das Gefühl zu lange studiert zu haben. Eher im Gegenteil... Ich glaube dass man die Zeit auch benötigt um in diesen Beruf hineinzuwachsen.
Mit freundlichen Grüßen.
LNS
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