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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Boris Bikes nur für ältere und männliche Londoner gesund

Freitag, 14. Februar 2014

Radfahren ist gesund, aber auch gefährlich. Vor allem wenn man in Großstädten mit viel Verkehr auf schmalen Straßen unterwegs ist, wie dies in der britischen Metropole der Fall ist. London gehört zu einer von 636 auf bikesharingworld.com verzeichneten öffentlichen Initiativen, die der Bevölkerung Leihräder zur Verfügung stellen. Seit Juli 2010 stehen an den Docking Stations zunächst 5.000, später etwa 8.000 Fahrräder bereit, die nach dem Londoner Bürgermeister Boris Johnson als „Boris Bikes“ bezeichnet werden. Die Akzeptanz ist gut. Im ersten Jahr wurden die Räder mehr als eine halbe Million Mal vermietet.

James Woodcock von der University of Cambridge hat jetzt eine Nutzen-Risiko-Bilanz aufgestellt. Dabei wurden die Vorteile für die Gesundheit (körperliche Aktivität) den potenziellen Risiken wie Feinstaubbelastung und Unfällen gegenüber gestellt. Endpunkt war die DALY (disability adjusted life years). Die Berechnungen sind komplex. Sie beruhten auf den Nutzerdaten, Schätzungen zum metabolischen Äquivalent, Auswertungen der Schadstoffwerte sowie den Unfallstatistiken.   

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Gerade die Unfälle vermasselten einigen Gruppen die Bilanz: Im ersten Jahr verunglückten Frauen so häufig, dass die gewonnenen DALY (durch weniger Herzinfarkte, Schlaganfälle, Depressionen und andere Krankheiten) durch die Unfallfolgen fast wieder aufgehoben wurden (durchschnittlicher Gewinn 1 DALY).

Auch bei den Männern (Gewinn 49 DALY) wäre der Nutzen ohne die Unfälle größer gewesen. Am besten waren die Ergebnisse übrigens bei älteren Personen. Sie gewinnen durch die körperliche Aktivität am meisten und fahren offenbar auch vorsichtiger. In anderen Metropolen wie Amsterdam würden die Bilanzen deutlich positiver ausfallen als in London, schreiben die Autoren.

In Amsterdam gehören Radfahrer seit langem zum Straßenbild und Unfälle sind seltener. In den engen Straßen von London ist das Radfahren vorerst noch gefährlicher. Als sicherstes Verkehrsmittel gelten dort die Tubes. Ergometer in Waggons wären vielleicht ein Mittel, um Sicherheit und Fitness zu kombinieren. Vielleicht ein Projekt für den nächsten Bürgermeister der Stadt.

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