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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Fünf Spartipps für Notfallambulanzen

Dienstag, 25. Februar 2014

Die Behandlungskosten in Notfallambulanzen haben sich in den USA in weniger als zehn Jahren mehr als verdoppelt. Wurden 2003 noch durchschnittlich 560 US-Dollar pro Patient in Rechnung gestellt, waren es 2011 stolze 1.354 US-Dollar. Die Ursache sind unnötige Untersuchungen. Notfallmediziner des Brigham and Women’s Hospital in Boston haben 283 Kollegen aus sechs Notfallambulanzen nach den ihrer Ansicht wichtigsten vermeidbaren Untersuchungen befragt. Die Antworten wurden nach der Delphi-Methode unter den Kollegen diskutiert und schließlich bewertet.

Platz 1 der unnötigen Tests belegt die Computertomographie (CT) der Halswirbelsäule bei Traumapatienten. Sie wird häufig ohne Vorliegen von Hochrisikokriterien angefordert und hat dann in der Regel auch keine Auswirkungen auf die Behandlung. Auch ein CT des Brustkorbs zum Ausschluss einer Lungenembolie (Platz 2) erfreut sich offenbar großer Beliebtheit.

Sinnvoll ist der Scan nach Ansicht der Mediziner nur bei Patienten mit einem erhöhten Ausgangsrisiko. Bei Patienten mit Rückenschmerzen wird gerne eine Kernspintomographie der Lendenwirbelsäule angeordnet, obwohl dies selten therapeutische Konsequenzen hat (Platz 3). Auf Platz 4 folgt ein CT des Schädels bei leichten Kopfverletzungen, das nach Einschätzung der Notfallmediziner bei den meisten Patienten ebenso unnötig ist wie ein Gerinnungsstatus bei Patienten ohne Blutungen oder Gerinnungsstörungen (Platz 5).

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Alle fünf Untersuchungen bieten nach Ansicht der Autoren deutliche Potenziale für Einsparungen. Gefordert ist allerdings auch die Erfahrung der Mediziner, die wissen müssen, wann die Untersuchungen sinnvoll und notwendig sind, um Schaden von den Patienten abzuwenden.

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Avatar #625311
L.A.
am Mittwoch, 26. Februar 2014, 14:16

Zuerst ein juristisches Problem !

Von den Gerichtsurteilen bzgl. Haftung und Höhe der Entschädigung hängt es ab, wie defensiv die Mediziner agieren, und wie teuer das Gesundheitssystem insgesamt ist. Und da schaut es in den USA schlecht aus. Obama müsste zuerst die Macht der Juristen brechen (sehr unwahrscheinlich). So bleibt das Gesundheitssystem in den USA weiterhin (zu) teuer.
Avatar #560064
nocure
am Mittwoch, 26. Februar 2014, 10:03

Wurden die Geier

genannt Juristen, in dieses Entscheidungsfindung mit eingeplant? Diese Spezies lebt davon, dass ein noch so fraglicher Fehler in der Diagnostik oder Behandlung gefunden wird. Bei schweren Verkehrsunfällen rennen neben den Angehörigen häufig die Anwälte schneller in die Klinik als jeder andere. Auch in Deutschland werden mittlerweile extrem viele Untersuchungen nur aus forensischer Sicht getätigt. Kein Wunder bei der heiklen Lage.
LNS
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