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In seinem Studium wünscht sich so ziemlich jeder Student mehr Praxiserfahrung. Diese Möglichkeit bietet sich in Deutschland erst im praktischen Jahr und darauf muss man immerhin fünf Jahre warten. PJ hat diese Zeit hinter sich und schreibt von seinen täglichen Erfahrungen im Krankenhaus, die seine Fähigkeiten zwar immer wieder aufs Neue fordern, aber sonst auch kaum erzählenswert wären.

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Plötzlicher Herztod durch Cannabis

Montag, 24. Februar 2014
dpa

Düsseldorf – Zwei Todesfälle unter jungen gesunden Männern lassen Rechtsmediziner in Forensic Science International (2014; doi: 10.1016/j.forsciint.2014.02.001) bezweifeln, dass Cannabis eine sichere Droge ist. Einer der Männer war im Alter von 23 Jahren in einem öffentlichen Verkehrsmittel zusammengebrochen und nach 40-minütiger erfolg­loser Reanimation gestorben. Der andere im Alter von 28 Jahren war zuhause tot von seiner Freundin aufgefunden worden. Bei beiden Patienten konnten die Rechtsmediziner bei der Obduktion keine andere mögliche Ursache ermitteln, als die zum Zeitpunkt des Todes erhöhten THC-Konzentrationen im Blut.

Bei dem 23-jährigen Mann sind sich der Rechtsmediziner Benno Hartung, Uniklinikum Düsseldorf, und die Toxikologin Silke Kauferstein vom Uniklinikum Frankfurt/Main relativ sicher. Der Mann wies eine dilatative Kardiomyopathie auf. THC könnte bei ihm eine tödliche kardiale Arrhythmie induziert haben, bei dem anderen Patienten bleibt die Vermutung eines plötzlichen Herztods eine Ausschlussdiagnose, die sich auf die bekannten Auswirkungen der Cannabisdroge auf Herz- und Kreislauf stützt. Genetische Ursachen eines plötzlichen Herztodes, etwa das Long-QR-Syndrom lagen bei den Patienten nicht vor.

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THC beschleunigt den Herzschlag und lässt den Blutdruck ansteigen. Beim Liegen kann es zu einem plötzlichen Abfall des Blutdrucks kommen. Dem steigenden Sauerstoffbedarf steht ein vermindertes Angebot gegenüber, da durch das Rauchen das CO-Hämoglobin ansteigt. Nach den Ergebnissen einer US-Studie ist das Herzinfarktrisiko in den ersten 60 Minuten nach dem Konsum von Cannabis um den Faktor 4,8 erhöht (Circulation 2001; 103: 2805-2809).

Todesfälle sind nur deshalb selten, weil die meisten Konsumenten jung sind, so dass sich das relative Risiko kaum auf die Zahl der Todesfälle auswirkt. Norwegische Gerichts­mediziner hatten vor einigen Jahren sechs Todesfälle bei jungen Konsumenten beschrieben, die sie ebenfalls auf die kardiovaskulären Nebenwirkungen von THC zurückführten (Forensic Science International 2001; 124: 200–203).

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Avatar #831507
SKol
am Donnerstag, 4. Juni 2020, 23:04

Cannabis und Herztod!

Ich möcht Ärzten nichts vorschreiben da ich kein Mediziner bin aber war jetzt knapp 11 Jahre krank samt 2 maligen Herzinfarktverdacht (laut Notarzt,Rettung). Bin seit 17 Jahren Kiffer (kein Dauer) und die Ärzte habens immer darauf geschoben. Nur hab ich nach 11 Jahren bitten,betteln,flehen und am Ende ein Auszucker endlich mal ein Bakterientest bekommen und siehe da Meningokokken-Meningitis +Staphylokokkus Aureus (Penicillin,Ampicillin resistent)+Corynebacterium Spezies(nicht genau getestet worde)+Enterobacteriaceae(auch nicht genau getestet worden). Ihr solltets die Leute einfach mehr testen und zufälliger. Denn von außen hatte man an mir nicht viel gemerkt außer öfters Wimmerln. Und von sonstigen Streitens mir die Ärzte bis heute ab das ich keine Meningitis hatte "da man sie nicht ohne Schaden überleben kann"! Nur das ich manchmal 36-48 Stunden munter bleib obwohl ich versuch mich müde zu machen und das ich nach dem Antibiotika wochenlang gestottert habe sollte eigentlich alles erklären punkto Meningitis. Und ich habe Ärzte immer verdeitigt vor meinen depperten Freunde aber das werde ich nie wieder machen , denn schliesslich verdanke ich so einer Dummheit einen wahrscheinlich dauerhaften Schaden. Denn obwohl ich nie in meinen Leben gerne geredet habe möchte ich mich schon verständlich ausdrücken können. Was zur Zeit nur mit ach und Krach geht. Danke
LNS
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