Res medica, res publica

Res medica, res publica

Gesundheit ist eine öffentliche Sache. Das war schon 1907 so, als William Ewart seine Antrittsvorlesung am St. George's Hospital in London unter den Titel "Res medica, res publica" stellte. Wo muss der Staat handeln und wie? Was bedeuten gesundheitspolitische Vorschläge, wenn man sie zu Ende denkt? Gedanken dazu von Heinz Stüwe, Fachjournalist für Wirtschaft, Sozial- und Gesundheitspolitik.

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Res medica, res publica

Das Ende einer Ära

Freitag, 28. Februar 2014

Mit dem Ausdruck gehen Journalisten oft leichtfertig um. Aber in diesem Fall passt er: Am 28. Februar endete mit dem Wechsel von Andreas Köhler zu Andreas Gassen für die Kassenärztliche Bundes­vereinigung eine Ära. Mit stehenden Ovationen und den besten Wünschen ihres Vorsitzenden Hans-Jochen Weidhaas verabschiedete die Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV) der KBV ihren Vorstands­vorsitzenden.

Köhler hat seit 2005 die Spitzenorganisation der Vertragsärzte geprägt. Er hat den Übergang von den ehrenamtlichen Vorsitzenden zu den hauptamtlichen Vorständen gestaltet, überaus erfolgreich für die Mitglieder verhandelt und Zukunftsstrategien entworfen. Für die KBV dürfte sich mehr ändern als die Persönlichkeit an der Spitze. Die Organisation ist bisher auf den Vorstandschef zugeschnitten, Köhler kennt sein Haus in- und auswendig, er hat sich stets auch mit dem Kleingedruckten befasst. Für die hochkomplexe Materie der ambulanten Vergütung gibt es wohl keinen besseren Sachkenner als den früheren Honorardezernenten.

Man darf gespannt sein, wie Gassen die Herausforderung angeht. Erfolgreich kann er nur sein, wenn es ihm gelingt, die Konfrontation zwischen Haus- und Fachärzten im Vorstand und in der VV zu beenden. „Wir müssen unseren verbandspolitischen Hut in der KBV abgeben“, hat Gassen, Vorsitzender des Spitzenverbands der Fachärzte Deutschlands, unter dem Beifall der Delegierten angekündigt. Ein hoffnungsvolles Zeichen ist, dass ihm bei der Wahl zum Vorstandsvorsitzenden auch Hausärzte ihre Stimme gaben.

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Avatar #672734
isnydoc
am Mittwoch, 5. März 2014, 17:27

Prägende Hüte

Was die Ära "Köhler" angeht, dürfte bemerkenswert sein, dass er kurz vor dem Ziel noch zur AOK tendierte und vom Vorgänger davon abgebracht wurde:
Interview mit ihm Anfang September 2004, wo er sich zum "ewigen Hausarzt-Facharzt-Streit" als "satt" outet, denn diese Diskussionen hat er "so satt, satter geht es nicht".
Satt verdient hat er dann in diesem Job an der Spitze der KBV.
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