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Vom Arztdasein in Amerika

Vom Arztdasein in Amerika

Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Dr. Peter Niemann über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

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Vom Arztdasein in Amerika

„Behandlung nur gegen Bargeld”

Mittwoch, 5. März 2014

Die Frustration in der US-Medizin unter Ärzten nimmt zu – die Gründe liegen in der schnellen Veränderung des Gesundheitssystemes, zum Teil nun beschleunigt durch die jüngsten Gesundheitsreformen und die immer enger werdende Budgets. Das kennt man auch in Deutschland.

Seit einigen Jahren gibt es daher Ärzte, die aus dem Kran­ken­ver­siche­rungswesen komplett aussteigen und ihre Dienste nur noch Patienten anbieten, die sie direkt bezahlen. Man nennt so einen Arzt entweder halbspöttisch „Exklusivbargeldarzt” („cash-only doctor”) oder etwas hochtrabender Conciergearzt, was sinngemäβ Hauptbetreuerarzt bedeutet („concierge doctor”).

Diese Umstellung hat für den Arzt viele Vorteile, vor allem spart es ihm Bürokratie und damit einhergehend Personal- und Logistikkosten. Nachteilig ist natürlich, dass viele Ärzte nicht wissen, ob die Patienten diese Angebote annehmen werden, denn diese behalten im Regelfall weiterhin ihre Kran­ken­ver­siche­rung für Kranken­haus­auf­enthalte und Medikamentenkosten, bezahlen jetzt aber zusätzlich den Conciergearzt direkt für seine Dienste.

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Im Detail sehen die Modelle sehr unterschiedlich aus, laufen aber im groβen und ganzen entweder darauf aus, dass pro Arztesuch eine Praxispauschale anfällt von meistens 20 bis 60 US-Dollar. Im Praxiswartebereich hängt dann ein Preisschild. Die andere häufige Möglichkeit ist, dass Ärzte eine Mitgliedsgebühr von ihren Patienten verlangen bei der z.B. ein Kind für 10 US-Dollar pro Monat den Arzt unbegrenzt sehen kann und selbst ein Greis für 100 US-Dollar unbegrenzt Zugriff auf den Arzt und seine Dienstleistungen hat.

Andere Fälle, bei denen ein Chirurg für eine Hernienoperation pauschal 5.000 US-Dollar verlangt und dafür die Gesamtlogistik – einschlieβich Anästhesist und OP-Material – zur Verfügung stellt, sind ebenfalls bekannt (siehe http://money.cnn.com/2013/06/11/news/economy/cash-only-doctors/).

Viele Trends schwappen aus den USA nach Deutschland – auch dieser eines Tages?

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