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In seinem Studium wünscht sich so ziemlich jeder Student mehr Praxiserfahrung. Diese Möglichkeit bietet sich in Deutschland erst im praktischen Jahr und darauf muss man immerhin fünf Jahre warten. PJ hat diese Zeit hinter sich und schreibt von seinen täglichen Erfahrungen im Krankenhaus, die seine Fähigkeiten zwar immer wieder aufs Neue fordern, aber sonst auch kaum erzählenswert wären.

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Praxistest

In der Routine liegt die Kraft

Montag, 17. März 2014

Jetzt bin ich schon einige Tage hier auf meiner neuen Station und muss schon um sieben Uhr morgens ins Krankenhaus kommen. Für mich ist immer noch ein enormes Stück Motivation nötig, um so früh aufzustehen. Mein Leben lang möchte ich das nicht machen. Ich merke auch – neben dem frühen Arbeitsbeginn – auch deutliche Unterschiede zu einer Normalstation. Meine Hauptaufgabe besteht darin, jeden Patient einmal klinisch von Kopf bis Fuß zu untersuchen. Ich leuchte ihnen einmal in die Pupillen, um die Lichtreaktion zu testen. Dann benutze ich mein Stethoskop, um Lunge, Herz und Bauch abzuhören und fühle die Fußpulse. Das dokumentiere ich in der Patientenkurve zusammen mit dem allgemeinen Wachzustand.

Mein Stationsarzt hat mir geraten, das alles in einer festen Reihenfolge zu machen, um nichts zu vergessen. Erst war ich sehr skeptisch, denn so intensiv habe ich mich noch nie mit einem einzigen Patienten beschäftigt, aber das ist ja eben auch die Intensivstation.

Im Moment brauche ich auch noch sehr lange für einen einzigen Patienten – zehn Betten gibt es auf dieser Station. Wenn ich nach zwei Untersuchungen, in diesem Fall entspricht das einem Patientenzimmer, auf die Uhr schaue, ist meistens schon eine Stunde vergangen. So befürchte ich manchmal, gar nicht fertig zu werden.

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Im Vergleich zu den ersten Tagen auf der Intensivstation merke ich allerdings auch Fortschritte. Die feste Untersuchungsreihenfolge hat wirklich viele Vorteile. Zunächst hatte noch Schwierigkeiten, die Reihenfolge einzuhalten. Gerade wenn es schnell gehen soll, merke ich, dass ich abweiche.

Auch die regelmäßige Benutzung des Stethoskops hat mir schon viel Routine eingebracht, die ich vorher nicht hatte. Das erinnert mich an die vielen Blutentnahmen auf der Station zuvor, wo ich mich auch durchgequält hatte, um am Ende festzustellen, dass ich besser geworden war. Zum Glück hilft mir mein Stationsarzt, wenn ich Probleme habe, und kontrolliert mich auch immer wieder, damit nichts übersehen wird. Und ich stelle jeden Tag von Neuem fest, dass ich trotz der anfänglichen Befürchtung um halb vier nach Hause gehen kann.

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