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Res medica, res publica

Res medica, res publica

Gesundheit ist eine öffentliche Sache. Das war schon 1907 so, als William Ewart seine Antrittsvorlesung am St. George's Hospital in London unter den Titel "Res medica, res publica" stellte. Wo muss der Staat handeln und wie? Was bedeuten gesundheitspolitische Vorschläge, wenn man sie zu Ende denkt? Gedanken dazu von Heinz Stüwe, Fachjournalist für Wirtschaft, Sozial- und Gesundheitspolitik.

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Res medica, res publica

Wenn Partner für Kliniken investieren

Freitag, 4. April 2014

Ein Bummel durch die Altstadt, ein Abstecher zum Rhein – ­der Gesundheitskongress des Westens im Gürzenich mitten in Köln bot in dieser Woche sommerliche Atmosphäre und Möglichkeiten der Entspannung. In den Vorträgen und Diskussionen gab es erwartungsgemäß nicht nur Entspannendes zu hören. Die drei Gesundheitssenatoren aus Berlin, Hamburg und Bremen beispielsweise machten keinerlei Hoffnungen, dass die Länder künftig mehr in die Krankenhäuser investieren könnten. Das ernüchternde Fazit: Über eine Reform der Krankenhausfinanzierung wird zwar viel geredet, ob und in welcher Form sie kommt, ist aber nach wie vor unklar.

Es wird allen Ernstes darüber diskutiert, aus den von den Krankenkassen gezahlten Fallpauschalen Investitionsanteile herauszurechnen – obwohl selbstverständlich auch die Politiker wissen und bestätigen, dass die Fallpauschalen seinerzeit ohne Investitionsanteile kalkuliert wurden. Ein krankenhauspolitisches Paradoxon?

Was also sollen Kliniken tun, die dringend investieren müssen, aber keine öffentliche Förderung bekommen? Hier empfehlen sich Dienstleister, die den Krankenhäusern Komplettpakete anbieten. Diese umfassen beispielsweise die Planung und den Bau von Gebäuden, die Beschaffung, Wartung, Reparatur und den Betrieb von Medizintechnik oder Informationstechnik. So lasse sich der Investitionsstau auflösen, heißt es verlockend.

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Die Voraussetzung: Das Krankenhaus schließt einen langfristigen Vertrag mit dem Dienstleister, denn der will selbstverständlich eine Rendite auf sein investiertes Geld erzielen. So hat das Duisburger Unternehmen Cleanpart Healthcare den Kliniken der Stadt Köln für 6,2 Millionen Euro eine Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung (ZVSA) gebaut, an der jährlich 100.000 Einheiten wiederverwendbarer Medizinprodukte aufbereitet werden können. Die Mitarbeiter stellt das städtische Klinikum, das Management kommt vom Vertragspartner.

Die Krankenhäuser könnten sich durch solche Systempartnerschaften auf ihr „Kerngeschäft“ konzentrieren, lautet das Werbeargument. Doch erfahrene Klinikmanager warnen davor, hier einen einfachen Ausweg aus dem aktuellen Problemdruck zu sehen. Das Krankenhaus in Kern- und Randbereiche aufzuteilen, sei nicht die Lösung. „Die Klinik muss wissen, was sie will“, sagte Karsten Güldner, langjähriger Direktor des Städtischen Klinikums St. Georg in Leipzig. Die Krankenhäuser müssten Ziele und Schwerpunkte definieren und die Partner zusammen Konzeptionen und Lösungen entwickeln. Partnerschaft funktioniert eben nur, wenn man sich vertraut.

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