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Praxistest

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In seinem Studium wünscht sich so ziemlich jeder Student mehr Praxiserfahrung. Diese Möglichkeit bietet sich in Deutschland erst im praktischen Jahr und darauf muss man immerhin fünf Jahre warten. PJ hat diese Zeit hinter sich und schreibt von seinen täglichen Erfahrungen im Krankenhaus, die seine Fähigkeiten zwar immer wieder aufs Neue fordern, aber sonst auch kaum erzählenswert wären.

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Praxistest

Über die Kunst, sich vorzustellen

Freitag, 11. April 2014

Wer kennt das nicht? Man ist neu auf Station, und wie es der gute Ton will, stellt man sich allen Menschen, die man sieht, vor. Das macht man dann mal ein paar Tage und lässt es anschließend wieder, weil man nicht den ganzen Tag nach unbekannten Angestellten Ausschau halten will, nur um ihnen seinen Namen zu sagen – und die Arbeit bleibt liegen…

Auf meiner neuen Station wurde mir schon am ersten Tag von meinem Stationsarzt gesagt, dass ich mich lieber öfter vorstellen solle, es wäre besser für mich, weil ich es sonst mit den Leuten in der Pflege schwer hätte. Das klang schon wie eine Warnung. Auf den Stationen, auf denen ich vorher war, sind mir solche Probleme nicht begegnet. Zugegebenermaßen hatte ich immer den Vorteil, dass ich mich kurz vor der Frühvisite allen gleichzeitig vorstellen konnte, also den Ärzten, dem Pflegepersonal und den Physiotherapeuten. Das hat mir viel Zeit erspart.

Ein guter Trick war außerdem, gleich am zweiten Tag einen Kuchen mitzubringen, dann war die Assoziation zwischen PJler und leckerem Kuchen geknüpft und man hatte schon einige Pluspunkte auf seinem Beliebtheitskonto. Auf meiner aktuellen Station war alles etwas komplizierter.

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Es fand nämlich keine klassische Visite statt. In den Tagen, seit denen ich hier mein PJ mache, läuft unsere Oberärztin allein durch die Zimmer und nimmt bei jedem Patienten die notwendigen Therapieänderungen vor, das ist die Visite. Ich kann mich noch an die Zeit erinnern, als ich vor einigen Jahren als Famulant hier war.

Da liefen noch alle Ärzte durch, und die Assistenzärzte waren mehr in die Therapieabläufe eingebunden, aber scheinbar fehlt die Zeit für so ausführliche Visiten. Der Ersatz dafür ist die mittägliche Kurvenvisite, aber ich glaube nicht dass dieser Ersatz der "alten" Visite gleichwertig ist.

Irgendwie schade, denn dann hatte ich neben der Möglichkeit, mich den Schwestern vorzustellen, auch die Gelegenheit, Fragen zu den Patienten zu stellen. Den Kuchen hab ich aber trotzdem gebracht, immerhin gibt es hier einen Aufenthaltsraum.

Leserkommentare

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Avatar #92096
baldur
am Sonntag, 13. April 2014, 16:10

Ausweichberuf

Zu behaupten, es wäre ein Ausweichberuf ist einfach...woher stammt diese Weisheit? Ich kenne Einige, die es freiwillig gemacht haben und es gut machen!
Avatar #92096
baldur
am Sonntag, 13. April 2014, 15:31

Schubladendenken

Immer wieder schön, wie man Berufe in eine Schublade stecken kann...Sich vorzustellen und einen Kuchen auszugeben, ist einfach nur ein netter Zug, egal ob im Krankenhaus oder in welchem Beruf auch immer. Freundlichkeit halt...
LNS
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