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Medizin studieren im Alltag - zwischen universitärem Leben und der (Un)Gewissheit über Zukunftsperspektiven. Hormos Dafsari debattiert, was sich in den Köpfen der Zukunft abspielen mag, auch wenn es mal herkömmlicher Natur ist.

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Hausärzte sind nicht gleich Hausärzte

Freitag, 6. Juni 2014

Unsere Hausärzte sind Tür und Pförtner zum Gesundheitssystem und damit dem Wohlergehen der Patienten – anders als in Großbritannien kämpfen sie alleine an der Front und werden nicht durch Klinische Pharmazeuten unterstützt.

Hausärzte sind jedoch viel mehr als nur Allgemeinmediziner. Was ist mit den Kinderärzten, die über Impfungen und regelmäßigen Gesprächen einen immensen Beitrag an der Prävention und Gesund­heits­förder­ung unserer Bevölkerung leisten?

Was ist mit ambulanten Internisten oder Neurologen, um nur einige wenige zu nennen?

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Ambulante Medizin ist nicht gleich Allgemeinmedizin. Die Allgemeinmediziner dominieren seit geraumer Zeit die Gespräche auf Seite der Hausärzte in Hochschulen und tragen damit nur eine Sicht der Dinge in die Debatte hinein, welche sich auf ihr eigenes Fach beschränkt. In der Presse haben gewisse Initiativen der Kassenärztlichen Vereinigung bereits eine holistische Herangehensweise geprägt, jedoch werden damit vor allem Passanten adressiert und weniger Studierende.

Es wäre interessant, wenn sich nicht Lehrstühle für Allgemeinmedizin bildeten, sondern jene für hausärztliche Versorgung. Letztlich ist ihre Aufgabe ein strikt interdisziplinäres Verfangen, welches von Versorgungsforschung bis zu einem großen curricularen Lehranteil eine sehr anspruchsvolle Aufgabe birgt, welches nicht „nur“ durch einen Repräsentanten eines Bereiches gewährt werden kann.

All diese Ideen sind natürlich Zukunftsmusik, da bei weitem nicht jede Universität einen Lehrstuhl garantieren möchte im aktuellen Stand der Dinge. Das sollte sie jedoch, denn nur durch die hochschul-eigene Auswahl von qualifiziertem Personal wie bei allen anderen Berufungen kann eine solche Aufgabe gemeistert werden.

Die Versorgungslücke auf dem Land kann nur an zwei Stellen gebessert werden – an der hausärztlichen Weiterbildung auf dem Land und an den Hochschulen. Letzteres wird dominiert von Allgemein­medizinern, unsere Studierenden verdienen jedoch das gesamte Spektrum zu erfahren. Zeigen
wir ihnen diese nicht, so können wir auch nicht erwarten, dass sie sich für die hausärztliche Versorgung entscheiden.

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