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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Das Ende von Safer Sex für MSM

Donnerstag, 15. Mai 2014

Drei Jahrzehnte standen Kondome im Zentrum der Kampagnen zur HIV-Prävention „Safer Sex“. Doch in den USA halten sich immer weniger Menschen daran. Gerade in der am meisten gefährdeten Gruppe, den Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), ist ungeschützter Sex heute die Regel - auch bei den Risikopraktiken: In einer Umfrage der Centers for Disease Control and Prevention gaben zuletzt 57 Prozent der Männer an, in den letzten 12 Monaten Analverkehr ohne Kondom gehabt zu haben. Selbst MSM mit einem positiven Partner verzichten zu 13 Prozent auf Kondome. Dies ist sicherlich ein Grund für die gleichbleibend hohe Zahl von Neuinfektionen.

Die CDC hofft nun, dass die tägliche Einnahme einer Tablette Truvada am Tag für MSM angenehmer sein könnte als die Benutzung eines Kondoms, obwohl die Kombination von Emtricitabin und Tenofovir zu Diarrhö, Nausea, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen und einem Gewichtsverlust führen kann. Diese Nebenwirkungen treten laut der FDA am häufigsten auf. Die Arzneibehörde hatte die Kombination Truvada im Juli 2012 zur Präexpositions­prophylaxe (PrEP) einer HIV-Infektion zugelassen. Seither dürfen die Ärzte das Medikament an Risiko-Personen verschreiben. Eine Umfrage unter Spezialisten hat jedoch kürzlich ergeben, das nur etwa 9 Prozent schon einmal PrEP verschrieben haben.

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Ob sich dies mit der Empfehlung der CDC ändert, bleibt abzuwarten. Die Behörde legt PrEP allen schwulen und bisexuellen Männern nahe, die ungeschützten Analsex haben oder in den letzten sechs Monaten eine Geschlechtskrankheit hatten. Auch heterosexuelle Männer und Frauen mit einem Hochrisikopartner (Drogenkonsument oder bisexueller Mann) sollten diese Option erwägen. Würde die Empfehlung von allen Betroffenen umgesetzt, würden die Verordnungen von PrEP nach Schätzungen in den Medien um den Faktor 50 steigen.

Anzunehmen ist dies nicht unbedingt, da die Kosten für das Präparat in den USA bei 13.000 US-Dollar pro Jahr liegen. Dies dürfte vielen „health care providern“ dann doch zu teuer sein, und aus eigener Tasche bezahlt wäre Truvada eine exklusive Option für die „Happy few“. Ob diese damit glücklich werden, ist eine andere Frage, da Truvada nicht vor Syphilis und Gonorrhö schützt. Die CDC rät deshalb Truvada-Anwendern zur parallelen Benutzung von Kondomen.

Für alle anderen Personen bleibt es bei der bisherigen Empfehlung zum Safer Sex mit Kondom und ohne Medikamente. Insofern ist die CDC-Empfehlung nicht wirklich das Ende von Safer Sex als Leitlinie, es ist aber das Eingeständnis, dass die Maßnahme in Zeiten effektiver Medikamente immer weniger in der Lage ist, die HIV-Epidemie einzudämmen.

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Avatar #625311
L.A.
am Dienstag, 20. Mai 2014, 15:32

Das sprengt jedes soziale Sicherungssystem

Egoismus über alles ! Hauptsache meine jederzeitige (sexuelle) Bedürfnisbefriedigung ! Risiken und Nebenwirkungen trägt die Solidaritätsgemeinschaft der Beitragszahler ! Das hält auf Dauer kein Sozialsystem aus !
Avatar #560064
nocure
am Freitag, 16. Mai 2014, 12:24

Abartig

Ich springe ohne Fallschirm aus dem Flugzeug und der Veranstalter muss dafür sorgen, dass jemand hinterher springt und mir im Fall einen Schirm auf eigenes Risiko und Kosten anschnallt?
Hier soll dann für die eigene Dummheit die Gesellschaft zahlen?
Dann müsste, dieser Logik folgend, eigentlich das Kondom auch "auf Kasse" sein.....
LNS
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