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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Irren ist Wikipedia

Dienstag, 10. Juni 2014

Niemand ist perfekt und auch die Gemeinschaft der in der Regel anonymen Wikipedia-Autoren kann sich irren. Nach einer Studie der Wallace School of Osteopathic Medicine in North Carolina ist dies sogar recht häufig der Fall. Die Autoren hatten die Wikipedia-Artikel zu den zehn (laut der Agency for Healthcare Research and Quality) „teuersten“ Erkrankungen zur Prüfung an jeweils zwei Experten geschickt. Die fanden dann prompt Abweichungen zum medizinischen Fachwissen. Der Anteil war bei manchen Artikeln hoch: So war ein Experte mit 44 von 148 Aussagen im Wikipedia-Beitrag zum Lungenkrebs nicht einverstanden. Andere Artikel wie der zur Hyperlipidämie enthielten nach Ansicht eines Experten keinen einzigen Fehler. Der andere Experte hatte hier jedoch sechs Fehler gefunden, wobei die beiden Experten in vier der sechs Punkte sich nicht einig waren (die beiden anderen waren nur von einem Experten bewertet worden).

Die Diskrepanzen zwischen den beiden Experten waren keineswegs selten. Dies relativiert die Aussage der Studie, nach der neun von zehn Artikeln besonders viele Fehler enthalten. Diese Aussage könnte übrigens eine Fehlinterpretation der Autoren zu den Daten ihrer eigenen Studie sein. In der Publikation bezieht sich die fehlende Signifikanz auf die Unterschiede zwischen den beiden Gutachtern und nicht, wie die Autoren schreiben, auf die Qualität des Beitrags zur Hirnerschütterung. In diesem Beitrag hatte ein Gutachter 50 von 112 Aussagen kritisiert, der andere hatte 11 von 58 bemängelt.

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Die eigene Erfahrung zeigt, dass Wikipedia im Alltag durchaus ein verlässliches Medium ist, deren Qualität in früheren Untersuchungen mit Encyclopedia Britannica oder medizinischen Lehrbüchern vergleichbar ist (aus denen sich die Autoren vielleicht bedient hatten). Wie immer in der Medizin ist Vorsicht geboten und ein alter journalistischer Recherchegrundsatz fordert, dass alle Aussagen durch mindestens zwei Quellen gesichert sein sollten. Auch die Suche und Lektüre der Originalquelle ist oft hilfreich.

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Avatar #686138
Ziko van Dijk
am Mittwoch, 11. Juni 2014, 13:35

Irren ist...

Liebe Redakteure des Ärzteblatt,
zunächst dachte ich, die deutschen Medien würden nicht auf diesen Zug auffahren. Spät kommt dann noch dieser Beitrag bei Ihnen, zum Glück ist er nach der Wiedergabe der Meldung aus Amerika dann noch ein wenig differenzierter. Über die Hintergründe der "Studie" habe ich seinerzeit etwas in unserem Blog geschrieben. Lieben Gruß. http://blog.wikiteam.de/2014/05/wikipedia-geh-zum-arzt/
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