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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Schlaf fördert das Gedächtnis

Donnerstag, 19. Juni 2014
Ein Buch unter dem Kopfkissen kann bei der Prüfungsvorbereitung helfen. Allerdings nur, wenn der Student es vorher zum Lernen genutzt hat. Dann kann sich im Schlaf das neu gelernte Wissen verfestigen. Was dabei im Gehirn passiert, hat das Team um Wen-Biao Gan von der New York University School of Medicine an Mäusen untersucht, deren Hirnzellen so manipuliert waren, dass sie fluoreszierendes Protein bildeten.

Über eine Öffnung in der Schädelkalotte konnten die Forscher beobachten, was ein spezielles Training bewirkte, bei dem die Mäuse lernten, auf einer sich drehenden Rolle die Balance zu halten. Tatsächlich ist das Gehirn bei der vermeintlichen Ruhezeit höchst aktiv. An den Neuronen, die für die erlernte Aktivität benötigt werden, bilden sich Dendriten, die neue Verbindungen zu Nachbarneuronen knüpfen.

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Diese Veränderungen finden während der Tiefschlafphasen statt, die wegen der langsamen Wellen im EEG als „slow wave sleep“ oder Deltaschlaf bezeichnet wird. Während der Traumphasen im typischen REM-Schlaf fand dagegen keine Konsolidierung statt. Träume haben deshalb vermutlich keinen Einfluss auf die Gedächtnisbildung. Wiederholung der Übungen am nächsten Tag kann dagegen die Bildung neuer Dendriten verstärken. Der schnelle Wechsel auf ein neues Training schwächte den Effekt, führte aber an anderen Stellen zur Bildung neuer Neuronen. Lernen benötigt deshalb Zeit. Neben der erforderlichen Geduld sollten die Lernenden auch an ausreichend Schlaf denken.

 

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Freitag, 20. Juni 2014, 22:57

Eine Glosse, oder die Ironie des Schicksals?

Analog zu der in "Science" veröffentlichten Studie "Sleep promotes branch-specific formation of dendritic spines after learning" von Guang Yang et al. könnte man hypothetisch postulieren:

Über eine Öffnung in der Schädelkalotte konnte bei Forschern beobachten werden, was ein spezielles Training bewirkte, bei dem die Forscher lernten, auf einer sich drehenden Rolle ständig sich wiederholende Forschungsergebnisse zu publizieren.

An den Neuronen, die für die erlernte Forscher-Aktivität benötigt werden, bilden sich bei den forschenden Versuchspersonen Dendriten, die neue Verbindungen zu Nachbarneuronen knüpfen. Diese Veränderungen finden während der Tiefschlafphasen statt, die wegen der langsamen Wellen im EEG der Forscher/-innen als „slow wave sleep“ oder Deltaschlaf bezeichnet werden. Lernen benötigt deshalb Zeit. Neben der erforderlichen Geduld sollten die Forscher bei sich selbst auch an ausreichend Schlaf denken.

Plötzlich bin ich wieder hellwach: Das muss ich alles geträumt haben! Denn die Forscher waren nur balancierende Mäuse. Und die Ergebnisse bzw. Schlussfolgerungen von Guang Yang et al. waren, bezogen auf den Menschen, hanebüchener Unsinn!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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