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Vom Arztdasein in Amerika

Vom Arztdasein in Amerika

Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Dr. Peter Niemann über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

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Vom Arztdasein in Amerika

Das US-Medizinsystem ist Schlusslicht

Mittwoch, 25. Juni 2014

Das „Commonwealth Fund“ hat eine neueste Studie herausgegeben, die in vieler „US-Medienmunde“ ist: http://www.commonwealthfund.org/publications/fund-reports/2014/jun/mirror-mirror. Unter den elf untersuchten Ländern schneidet das Gesundheitssystem der USA am schlechtesten ab und landet auf dem letzten, dem elften Platz. Das der Schweiz (Platz zwei) und Groβbritanniens (Platz eins) führen die Rangliste an; das deutsche Gesundheitssystem landet mit Platz fünf im Mittelfeld. Es sei übrigens angemerkt, dass in dieser Studie über Deutschland lobend angemerkt wird, dass es dort „eine allgemeine Kran­ken­ver­siche­rung gebe, die niedrige persönliche Kosten mit sich bringe und zügigen Zugang zu Fachärzten erlaube“. Wenn man der Studie vertraut, so ist anscheinend die Wartezeit zur fachärztlichen Behandlung konträr zur gegenwärtigen politischen Diskussion, also doch kurz in Deutschland.

Was wird denn am US-Gesundheitssystem in der Studie nun genau moniert und wieso ist es international auf dem letzten Platz zu verorten? Die altbekannten Negativpunkte werden aufgezählt: Es fehle eine allgemeine Kran­ken­ver­siche­rung, die alle Bevölkerungsgruppen umfasse und somit hätten nicht alle Patienten gleichen Zugang zur medizinischen Versorgung; damit sei das Gesundheitssystem ungleich in seiner Ressourcenverteilung.

Weiterhin sei es ineffizient weil es zu viele vermeidbare Notaufnahmebesuche gebe, häufig unnötige diagnostische Tests gemacht würden und die Verwaltung zu kostenaufwendig sei. Darüber hinaus sei die Neugeborenensterblichkeit zu hoch und der Gesundheitszustand der Senioren im internationalen Vergleich schlecht. Auch die Qualität der Versorgung wird in manchen Kategorien beanstandet.

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So verwundert es nicht, dass die linksstehende Organisation „Commonwealth Fund“, die ein jährliches Budget von 800 Millionen US-Dollar besitzt und dessen Ziel der „erleichterte Zugang, die verbesserte Qualität und erhöhte Effizienz für vor allem die gesellschaftlich Schwachen, die Armen, die unversicherten amerikanischen Minderheiten, junge Kinder und die Alten“ (http://www.commonwealthfund.org/about-us) ist als Folge aus seiner eigenen Studie genau das fordert: Eine Kran­ken­ver­siche­rung für alle. Entsprechend wird auch die von Präsident Obama gemachte Gesundheitsreform gelobt, aber natürlich noch weitere Anstrengungen angemahnt.

Übrigens ist es in meinen Augen nur eine Frage der Zeit, bis das Gesundheitssystem in den USA noch mehr ausgeweitet und somit, wie republikanische Kollegen sagen, „europäisiert“ wird.

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