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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Kaiserschnitt: Nähte versus Klammern

Donnerstag, 10. Juli 2014

Klammern oder Nähen. Der alte Streit zwischen gutem Handwerk und schnellen Geräten war Gegenstand eines vom Nahtmittelhersteller Ethicon durchgeführten Wettbewerbs an drei US-Kliniken. Die dortigen Gynäkologen überließen es dem Los, ob sie nach einem Kaiserschnitt die Hautwunde mit Klammern oder mit Nähten verschlossen. Wie Vincenzo Berghella vom Sidney Kimmel Medical College in Philadelphia berichtet, dauerte das Nähen im Durchschnitt neun Minuten länger. Doch die Nähte hielten besser.

Nach dem Nähen kam es nur bei 5,9 Prozent der Patientinnen zu Wundkomplikationen, nach dem Klammern war dies bei 10,6 Prozent der Frauen der Fall. Berghella errechnet eine adjustierte Odds Ratio (OR) von 0,43, die bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,23 bis 0,78 signifikant war. Die häufigsten Komplikationen waren Wunddehiszenzen, die nach dem Nähen nur bei 1,6 Prozent auftraten gegenüber 7,4 Prozent nach dem Klammern (OR 0,20; 0,07-0,51). Da Nahtdehiszenzen breitere Narben hinterlassen, dürfte der Sieger jedenfalls aus Sicht der betroffenen Patientinnen wohl feststehen: Klammern sind schneller, doch Nähte sind schöner.

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Samstag, 12. Juli 2014, 12:18

Der Wettbewerb "Nähte vs. Klammern"

ist allemal seriöser und besser, als das, was im Jahr 2000 bekannt wurde. Der New Yorker Geburtshelfer Dr. A. Z. war nach einer von ihm durchgeführten Sectio caesarea von dem postoperativen Ergebnis wohl so begeistert, das er seine Initialen "A Z" in die Bauchdecke der Patientin einritzte, nachdem er dies gegenüber dem Personal im Krankenhaus angekündigt hatte. Seine Arzt-Lizenz wurde ihm umgehend entzogen. Er plädierte allerdings später auf Grund eines angeblichen Hirnschadens auf seine eigene Unzurechnungsfähigkeit.
["Thursday, 10 February, 2000, 10:17 GMT: Doctor who carved initials is charged:
The doctor's victim wants $5m damages: A doctor who carved his initials on a patient's abdomen has been arrested and charged in New York. Dr Alan Zarkin used his scalpel to carve his initials on the stomach of Liana Gedz. He said he believed the caesarean section he had performed on her was a work of art worthy of signing. 'I did such a beautiful job, I will initial it,' Dr Zarkin told hospital workers in the delivery room. Dr Zarkin has already lost his medical licence over the incident."]
http://news.bbc.co.uk/2/hi/americas/637705.stm

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM
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