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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Arbeitslose sehen schlechter

Dienstag, 29. Juli 2014

Behinderungen durch Sehstörungen werden häufig unterschätzt. Eine Sehschwäche, etwa durch eine diabetische Retinopathie, ja bereits eine Fehlsichtigkeit, die durch eine Brille korrigiert werden kann, verringert die Chancen auf dem Arbeitsmarkt, wie eine US-Studie zeigt.

Das Team um Cheryl Sherrod vom Johns Hopkins Hospital in Baltimore hatte die Ergebnisse der Augenuntersuchung von fast 20.000 Amerikanern, die zwischen 1999 und 2008 an den National Health and Nutrition Examination Surveys, einer Querschnittsuntersuchung der US-Regierung, mit dem Beschäftigungstatus der Untersuchten verglichen. Während 69,5 Prozent der Normalsichtigen einen festen Arbeitsplatz hatten, waren es bei den Personen mit einer Sehschwäche (20/30 oder schlechter im Snellen-Test) nur 42,2 Prozent. Menschen mit Sehschwäche waren nach den Berechnungen von Sherrod dreimal häufiger arbeitslos (Odd Ratio OR 3,04; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,93-4,79).

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Selbst bei US-Amerikanern mit einer Kurz- oder Weitsichtigkeit war die Beschäftigungsquote mit 61,4 Prozent etwas vermindert. Fehlsichtige waren damit zu einem Drittel häufiger ohne festen Arbeitsplatz (OR 1,36; 1,15-1,60). Bei Frauen, Diabetikern und Personen unter 55 Jahren wirkten sich die Sehstörungen am stärksten aus.

Sherrod vermutet, dass einige Personen mit Sehstörungen es gar nicht erst in den Arbeitsmarkt schaffen. Streng genommen lässt sich aus der Querschnittsuntersuchung keine Kausalität ableiten. Bis auf wenige Ausnahmen ist es jedoch unwahrscheinlich, dass die berufliche Tätigkeit Ursache der Sehstörungen ist. In der Regel dürfte sie die Patienten daran gehindert haben, einen gleichberechtigten Arbeitsplatz zu erhalten.

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