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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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„knuckle crunching“ und „High-Five“ hygienischer als Händedruck

Montag, 18. August 2014

Die Begrüßung per Faust ist eher in Jugendkreisen üblich als in der Arztpraxis. Auch ein High-Five, bei dem die Handflächen kurz aneinander klatschen, dürfte eine eher ungewöhnliche Begrüßung zwischen Arzt und Patienten sein. Vorherrschend ist der traditionelle Händedruck. Der längere Kontakt zwischen warmen Handflächen ist jedoch nicht nur der Beginn für ein vertrauensvolles Arzt-Patienten-Verhältnis, er schafft auch ideale Bedingen für den Austausch von Keimen. Und da Ärzte in der Praxis oder auf einer Visite möglicherweise vielen Patienten die Hand reichen, raten Hygienemediziner dringend davon ab.

Die Begrüßung per Faust wäre eine aus mikrobiologischer Perspektive sichere Alternative, wie Dave Whitworth von der Universität im walisischen Aberystwyth herausgefunden hat. Zusammen mit der Studentin Sara Mela tauchte er einen Untersuchungshandschuh in eine Bakterienlösung, mit der sich die beiden dann die Hände reichten, sich per High-Five abklatschten oder in der Weise der Jugendlichen kurz mit den Fingern der geschlossenen Faust berührten.

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Danach wurden die Abstriche entnommen. Nach dem klassischen Händedruck fanden die beiden Forscher 90 Prozent mehr Bakterien auf der Hand als nach der Begrüßung per Faust. Das High-Five lag ungefähr in der Mitte und ist aufgrund des großflächigen Hautkontakts ebenfalls nicht zu empfehlen. Die Forscher untersuchten auch die Muskelkraft des Handschlags. Je kräftiger er war, desto mehr Keime wurden übertragen.

Ärzten, denen das „knuckle crunching“ nicht ganz angemessen erscheint, könnten es auch mit fernöstlichen Begrüßungstechniken versuchen. Eine tiefe Verbeugung, wie sie in Japan üblich ist, vermeidet möglicherweise auch die Gefahr einer Übertragung von aerogenen Keimen. Die Studie erscheint in der Augustausgabe des American Journal of Infection Control.

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