DÄ plusBlogsGesundheitWie infektiös Ebola-Viren sind
Gesundheit

Gesundheit

Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Gesundheit

Wie infektiös Ebola-Viren sind

Freitag, 1. August 2014

Der Gedanke, auf einer Flugreise in Afrika die Kabine mit einem Passagier zu teilen, der kurz darauf an einer der tödlichsten Infektionskrankheiten stirbt, kann die Vorfreude auf den Urlaub trüben. Doch die Gefahr, sich mit dem hämorrhagischen Fieber anzustecken, ist im Flugzeug, in der Enge eines Basars, in einem öffentlichen Verkehrsmittel oder auf einer Safari bei einer Rast in einem unbekannten Ort extrem gering.

Die Welt­gesund­heits­organi­sation und das European Centre for Disease Prevention and Control haben sich deshalb mit Reisewarnungen bisher zurückgehalten. Ebola-Viren kleben nicht auf Geldscheinen, sie kontaminieren keine Nahrungsmittel im Supermarkt, schreibt das ECDC. Auch das Baden im Swimming-Pool sei ungefährlich. Mücken könnten die Viren ebenfalls nicht übertragen.

So gefährlich die Ebola-Viren im menschlichen Körper sind, außerhalb des Körpers sind sie harmlos. Auf trockenen Oberflächen zerfallen sie innerhalb kurzer Zeit, ebenso unter Sonnenlicht. Ebola-Viren werden durch Seifen, Bleichmittel, Sonnenlicht oder Trockenheit abgetötet. Auf kontaminierter Kleidung werden sie durch die Reinigung in einer normalen Waschmaschine zerstört.

Anzeige

Eine aerogene Übertragung wie bei Grippe oder Tuberkulose ist nicht bekannt. Die Übertragung erfolgt einzig durch den direkten Kontakt der Schleimhäute oder der (verletzten) Haut mit Körperflüssigkeiten von Verstorbenen oder lebenden Patienten mit hämorrhagischem Fieber. Auch sexuelle Kontakte mit Patienten, die sich von der Erkrankung erholt haben, sind in den ersten sieben Wochen gefährlich. Auf den Verzehr von Buschfleisch sollten Urlauber tunlichst verzichten. Da die Viren nur sporadisch beim Menschen Epidemien auslösen, muss es in der Tierwelt ein Reservoir geben. Es wird laut Robert Koch-Institut vor allem in Menschenaffen und Duckern (kleine, im Wald lebende Antilopen) sowie in Flughunden vermutet. Bekannt sei, dass die Erkrankung von Affen auf den Menschen übertragen werden kann.

Im Flugzeug ist einzig das Bordpersonal gefährdet, falls Patienten im hämorrhagischen Stadium der Erkrankung tatsächlich noch eine Flugreise antreten sollten, was angesichts des schweren Krankheitsbildes unwahrscheinlich ist. Die US-Centers for Disease Control and Prevention empfehlen dann, den Patienten von anderen Passagieren zu trennen und den Kontakt mit Urin, Speichel oder anderen Körperflüssigkeiten zu meiden.

Ob der Patient, der Tage nach seiner Ankunft in Lagos in einer Klinik starb, tatsächlich an Ebola litt, war Ende Juli noch nicht bestätigt.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #106007
nindak
am Samstag, 2. August 2014, 17:15

Redaktion ...

Schöne Zusammenstellung. Man sollte aber alles, bevor man es publiziert, noch mal durchlesen.
LNS
Alle Blogs
Vom Arztdasein in Amerika
Vom Arztdasein in Amerika
Gesundheit
Gesundheit
Frau Doktor
Frau Doktor
Pflegers Schach med.
Pflegers Schach med.
Dr. werden ist nicht schwer...
Dr. werden ist nicht schwer...
Global Health
Global Health
Dr. McCoy
Dr. McCoy
Das lange Warten
Das lange Warten
Sea Watch 2
Sea Watch 2
PJane
PJane
Praxistest
Praxistest
Res medica, res publica
Res medica, res publica
Studierender Blick
Studierender Blick
Britain-Brain-Blog
Britain-Brain-Blog
Unterwegs
Unterwegs
Lesefrüchtchen
Lesefrüchtchen
Gratwanderung
Gratwanderung
Polarpsychiater
Polarpsychiater
praxisnah
praxisnah