Das lange Warten

Das lange Warten

In Deutschland warten rund 12.000 Menschen auf ein Organ. Einer von ihnen ist Paul Behrend. DÄ-Redakteurin Gisela Klinkhammer begleitet Behrend während seiner Wartezeit auf eine Niere. Sie berichtet regelmäßig in diesem Blog über das (hoffentlich nicht allzu) lange Warten auf das Organ, wie Behrend psychisch damit umgeht und über seine aktuelle gesundheitliche Befindlichkeit.

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Das lange Warten

Dialyse in Portugal

Donnerstag, 14. August 2014

Paul Behrend hatte vor seinem Urlaub noch einige Bedenken, was die Dialyse angeht. Rückblickend berichtet er jetzt, dass er sich ganz unnötige Sorgen gemacht hätte. „Es war ein sehr schöner Urlaub, und obwohl die Dialyse in Portugal ganz anders als in Deutschland war, waren meine Erfahrungen durchweg positiv.“ Die Dialysen seien in einem Fresenius Medical Care Zentrum durchgeführt worden. „Der medizinische Standard war hoch, das Personal gut geschult, allerdings lief alles sehr formalisiert ab. Den liberalen Umgang mit den Patienten, den ich hier erlebe, gibt es dort nicht so.“

Was Behrend bisher nicht wusste, ist, dass es in Portugal extrem viele Dialysepatienten gibt, so dass die Plätze dort gerade so ausreichen. Das führe dazu, dass Touristen in Portugal Schwierigkeiten hätten, einen Dialyseplatz zu finden. Und was ist der Grund für die zahlreichen Nierenerkrankungen in dem Mittelmeerland? Behrend weiß es nicht. Man habe ihm erklärt, dass es an der Ernährung liege. Die Portugiesen würden sehr scharf würzen und stark salzen.

Um dem Ansturm an Patienten Herr zu werden, würde man in Portugal jeweils nur vier Stunden dialysiert. „Um das auszugleichen, fährt man mit einem sehr viel höheren Blutfluss. In Deutschland wird ein Blutfluss von 300 ml/min eingestellt, in Portugal sind es 500 ml/min. Das ist nicht besonders gut fürs Herz, und auf Dauer führt dies auch zu Auswölbungen im Shunt.“ Er hätte die Ärzte schließlich davon überzeugen können, bei ihm den Blutfluss auf 400 ml/min einzustellen, sagt Behrend.

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Auch das Sprachproblem habe man gut gemeistert. „Das Personal aus dem Zentrum hat mir einfach die offenen Fragen mitgegeben. Diese habe ich mit meiner Vermieterin, die sehr gut englisch und selbstverständlich portugiesisch spricht, geklärt. Meine Vermieterin hat dann Kontakt mit der Dialysestation aufgenommen und die Fragen beantwortet. Später hatte ich einen Mitpatienten, der übersetzen konnte.“

Wovon Behrend anfangs nicht so begeistert war, war die Tatsache, dass er abends dialysiert wurde. Das hätte dann aber doch gut geklappt. Er sei mit einem Taxi gegen 23 Uhr zurückgebracht worden und hätte sich mit seiner Frau und seinen Bekannten noch etwas unterhalten können. Da sie dieses Jahr mit Bekannten zusammen gereist seien, hätte seine Frau abends auch immer Gesellschaft gehabt. Am Tag nach der Dialyse sei er dann ausgeschlafen und wieder fit gewesen.

Behrends Fazit: „Es war ein rundum gelungener Urlaub. Ich würde sofort wieder an die portugiesische Atlantikküste reisen.“

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