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In seinem Studium wünscht sich so ziemlich jeder Student mehr Praxiserfahrung. Diese Möglichkeit bietet sich in Deutschland erst im praktischen Jahr und darauf muss man immerhin fünf Jahre warten. PJ hat diese Zeit hinter sich und schreibt von seinen täglichen Erfahrungen im Krankenhaus, die seine Fähigkeiten zwar immer wieder aufs Neue fordern, aber sonst auch kaum erzählenswert wären.

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Die ersten Tage im OP

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Die ersten Tage im OP waren sehr spannend. Jeden Morgen teilte mich der Oberarzt einem der Assistenzärzte zu. Je nachdem, was gerade zu tun war, half ich dem Anästhesiepfleger oder dem Arzt bei seiner Arbeit. Das bedeutete dann, Braunülen legen, dem Patienten narkoserelevante Fragen stellen, das Narkoseprotokoll ausfüllen und letztendlich auch die Narkose unter Aufsicht selbst einleiten, also mit Masken­beatmung und Intubation.

Ich habe mich riesig gefreut, als das geklappt hat, weil ich natürlich vorher keine Erfahrung im Intubieren hatte und jetzt schon nach so wenigen Tagen einen Erfolg erzielen konnte. Mit einem Videolaryngoskop, das in der HNO in jeder Einleitung zur Verfügung steht, konnte mein Arzt die Lage des Spatels sehen und mir damit genaue Hinweise geben, wie ich vorzugehen hatte, und am Ende musste ich den Tubus nur noch durch die Stimmritze schieben.

Solche Erfolgserlebnisse hätte ich natürlich gerne jeden Tag. In der Chirurgie war man als PJ'ler immer der Assistent des Arztes und hier durfte ich eine Hauptaufgabe über­nehmen, ein bemerkenswerter Unterschied. Und je nachdem, bei welchem Arzt ich  eingeteilt war, durfte ich mal mehr oder mal weniger machen, nur bei den Privatpatienten und den Kindereinleitungen war ich Zuschauer.

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Vieles, was ich schon gehört habe, scheint sich auch hier zu bestätigen: Niemand ist in Eile und man hat ausreichend Pausen. Entsprechend herrscht hier ein sehr entspanntes Betriebsklima unter den Anästhesisten und den Anästhesiepflegern. An die Arbeitszeiten habe ich mich auch schnell gewöhnt. Ich muss nämlich erst um halb acht da sein und ich darf bei wichtigen Terminen auch mal früher gehen. Ist das nicht der Fall, werde ich aber auch meistens nach der letzten Einleitung nach Hause geschickt, was meistens drei bis halb vier ist.

Alles in allem ist mein erster Eindruck sehr gut und glaube, dass ich mit diesem Wahlfach eine gute Wahl getroffen habe.

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Avatar #691571
schlechtmensch
am Samstag, 25. Oktober 2014, 00:27

nur bei den Privatpatienten ... war ich Zuschauer.

Typisch für die zweiklassengesellschaft, für die kreaturen wie der engländer verantwortlich sind. der kassenpatient darf als versuchskaninchen dienen.
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