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Res medica, res publica

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Gesundheit ist eine öffentliche Sache. Das war schon 1907 so, als William Ewart seine Antrittsvorlesung am St. George's Hospital in London unter den Titel "Res medica, res publica" stellte. Wo muss der Staat handeln und wie? Was bedeuten gesundheitspolitische Vorschläge, wenn man sie zu Ende denkt? Gedanken dazu von Heinz Stüwe, Fachjournalist für Wirtschaft, Sozial- und Gesundheitspolitik.

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Res medica, res publica

Familie und Beruf – Reden und Tun

Montag, 27. Oktober 2014

Noch vor zehn Jahren wäre es schwer vorstellbar gewesen, dass der Hartmannbund die Förderung von Frauen im Arztberuf zum Schwerpunktthema seiner Haupt­ver­samm­lung gemacht hätte. Heute ist es nicht mehr so ungewöhnlich, dass der Verband genau das am vergangenen Wochenende getan hat. Zwar ist der Hartmannbund immer noch ein Verband mit viel Tradition und Geschichte, aber inzwischen auch eine Organisation, in der viele Medizinstudierende aktiv sind.

Unter ihnen haben die Frauen schon heute die Mehrheit, es ist nur eine Frage der Zeit, wann dies auch bei den berufstätigen Ärzten der Fall sein wird. Mit 45 Prozent sind die Ärztinnen nicht mehr weit von der Parität entfernt. Deshalb ist es bemerkenswert, dass unter den Medizinstudentinnen und jungen Ärztinnen zwei von drei Befragten der Ansicht sind, nicht die gleichen Karrierechancen zu haben wie die männlichen Kollegen.

Das hat eine Umfrage des Hartmannbunds ergeben. Fast die Hälfte der Studentinnen und jungen Ärztinnen (45 Prozent) glaubt, auf Kinder und Familie verzichten zu müssen, um die eigenen Karriereziele zu erreichen. Unabhängig davon, ob diese Einschätzung zutrifft: Es ist ein niederschmetterndes Ergebnis. Denn es besagt ja nichts anderes, als dass in den Augen der künftigen Ärztinnen die Arbeitsbedingungen noch weit von dem Zustand entfernt sind, der in Sonntagsreden immer beschworen wird.

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Ist die Spanne zwischen Reden und Tun hier besonders groß? Ärztinnen berichten von Chefs, die verärgert reagieren, wenn die junge Kollegin von ihrer Schwangerschaft berichtet. Und auch in größeren Abteilungen sorgen solche Nachrichten wohl gar nicht so selten für atmosphärische Störungen, weil die männlichen Assistenzärzte von der Aussicht auf zusätzliche Dienste wenig begeistert sind. Das mag politisch nicht korrekt sein, gehört aber zur Realität. Und lässt sich nur ändern, wenn die Probleme im Alltag offen angesprochen werden.  

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