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Das lange Warten

Das lange Warten

In Deutschland warten rund 12.000 Menschen auf ein Organ. Einer von ihnen ist Paul Behrend. DÄ-Redakteurin Gisela Klinkhammer begleitet Behrend während seiner Wartezeit auf eine Niere. Sie berichtet regelmäßig in diesem Blog über das (hoffentlich nicht allzu) lange Warten auf das Organ, wie Behrend psychisch damit umgeht und über seine aktuelle gesundheitliche Befindlichkeit.

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Das lange Warten

Die Transplantations­konferenz

Donnerstag, 6. November 2014

Letzte Woche fand die Transplantationskonferenz statt, auf der darüber entschieden wurde, ob und wenn ja, wann Paul Behrend transplantiert werden könnte. Behrend berichtet, dass diese Konferenz in einer angenehmen und ihm zugewandten Atmosphäre stattgefunden hätte. Teilnehmer waren der Chefarzt für Nieren- und Hochdrucker­krankungen, Gastroenterologie und Transplantationsmedizin, der Leitende Oberarzt in der Klinik für Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie und eine Mitarbeiterin des Transplantationsbüros.

„Der Chirurg hat mir erklärt, dass die Arteriosklerose, unter der ich leide, sich an der Seite befindet, an der man mir vor dreieinhalb Jahre die Niere entfernt hat, um eine Vorbereitung für die Transplantation zu schaffen.“ Die Verkalkung der Gefäße sei so stark ausgeprägt, dass der Chirurg meinte: „Da gehe ich nicht ran. Da kann ich keine Klemmen ansetzen, ohne Gefäße zu zerstören. Und dann haben wir ein richtiges Problem.“ Diese Diagnose kann Behrend nachvollziehen, zumal sie durch ein CT unterlegt worden sei.

Auf der Seite, wo sich seine noch vorhandene, sehr große Niere befinde, seien dagegen keine Kalkablagerungen vorhanden. Der Chirurg sagte deshalb zu Behrend: „Wir können Sie auf transpantabel setzen, und ich pflanze Ihnen eine Niere neben oder unter der vorhandenen Niere ein. Das Problem besteht dabei aber darin, dass nur wenig Platz vorhanden ist. Die alte Niere wird nämlich, wenn auch langsam, weiterwachsen.“

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Sie werde dem neuen Organ schon allein durch ihre Größe zu schaffen machen. Ein weiteres Problem ergebe sich dadurch, dass die große Niere ein schwelender Entzündungsherd sei. In den Zysten sammle sich nämlich Gewebsflüssigkeit an. Teilweise käme es auch zu Einblutungen und weiteren Verkalkungen. Diese Entzündungen seien schlecht therapierbar, sobald man immunsupprimiert sei.

Das Fazit der Konferenz: Die Ärzte empfahlen Behrend, sich die noch vorhandene Niere explantieren zu lassen. Das sollte möglichst schnell geschehen, damit er in circa sechs bis acht Wochen wieder als transpantabel auf die Liste gesetzt werden könne. Behrends Reaktion auf diesen Vorschlag: „Ich war nicht froh. Ich war schockiert, dass mir schon wieder ein großer Bauchschnitt bevorsteht. Die letzte Nierenoperation war schließlich alles andere als eine Lachnummer. Meine Frau, die auch dabei war, freute sich dagegen, dass es eine Möglichkeit gibt, dass ich wieder transpantabel werden kann.“

Nachdem er eine Nacht mehr oder weniger gut darüber geschlafen hätte, habe er am nächsten Tag noch einmal mit der Nephrologin in seinem Dialysezentrum über den Befund gesprochen. „Ich gehe dort seit zehn Jahren hin, und dieser Ärztin vertraue ich wirklich sehr. Die ist richtig klasse.“ Und sie bestätigte die Empfehlung der Ärzte aus dem Transplantationszentrum. Sie sah, so Behrend, sogar noch einen weiteren Vorteil in der Explantation.

Wenn die Niere herausgenommen worden sei, könne das nämlich positive Auswirkungen auf seinen Blutdruck haben. Eine schlecht durchblutete Niere sende nämlich Botenstoffe aus, die zu einem erhöhten Blutdruck führten. Und wenn der Blutdruck erhöht sei, „geht die Niere noch mehr kaputt“. Und diese geschädigte Niere sende dann noch mehr Botenstoffe aus. Das sei dann ein richtiger Teufelskreis. Die Nephrologin meinte, dass es, selbst wenn es letztendlich nicht zur Transplantation käme, gut sei, wenn die Niere herausgenommen würde.

Daraufhin hat Behrend sich dann zu dieser Maßnahme entschieden. „Ich habe sofort in dem Transplantationszentrum angerufen und darum gebeten, sobald wie möglich, am besten noch im November, diese Operation durchzuführen. Jetzt möchte ich auch, dass es vorangeht. Ich gehe optimistisch in diese Operation, weil die das beim letzten Mal sehr, sehr gut gemacht haben.“

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