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Praxistest

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In seinem Studium wünscht sich so ziemlich jeder Student mehr Praxiserfahrung. Diese Möglichkeit bietet sich in Deutschland erst im praktischen Jahr und darauf muss man immerhin fünf Jahre warten. PJ hat diese Zeit hinter sich und schreibt von seinen täglichen Erfahrungen im Krankenhaus, die seine Fähigkeiten zwar immer wieder aufs Neue fordern, aber sonst auch kaum erzählenswert wären.

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Fortbildung Pharmakologie

Dienstag, 25. November 2014

Vor ein paar Tagen fand eine Fortbildung für die PJler in der Anästhesie statt. In der Chirurgie waren es meistens acht oder neun Studierende. Und selbst da fehlten noch einige, die keine Lust auf Unterricht hatten. Hier waren wir sogar nur zu dritt, dafür konnten wir uns die Uhrzeiten aussuchen, an denen wir uns mit dem jeweiligen Arzt treffen wollten.

Das erste Thema war Pharmakologie, prinzipiell immer gut, weil man auch wissen sollte, wie Wirkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten zustande kommen. Im kleinen Kreis war es angenehm, unser Wissen nochmal aufzufrischen. Man merkt, wie viel man  schon vergessen hat. Unser betreuender Arzt war auch sehr interessiert am Thema Arzneimittel und erzählte uns von einer Perfusorentechnik, die er selbst mitentwickelt hätte.

Die Arbeit am Patienten wäre für ihn nicht ganz so interessant, weil Narkosen doch mit wachsender Erfahrung ziemlich ähnlich verlaufen und daher irgendwann der Reiz an der Tätigkeit fehle. Daher arbeite er lieber an der technischen Entwicklung in der Anästhesie.

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Zugegeben, wenn man an einer Universität arbeitet, kann man da sicher eine Lücke füllen, in peripheren Krankenhäusern ist das sicher schwieriger. Und ich habe schon von anderen Assistenzärzten im OP gehört, dass der Chefarzt der Anästhesie Leute fördert, die forschen wollen. Praktisch für unseren Dozenten. Ich überlege mir nur, dass man gerade als Arzt ja nicht nur den ganzen Tag forschen kann, der Klinikablauf kann schließ­lich auch nicht untergehen. Wenn aber alle nur forschen, weil sie kein Interesse haben, an Patienten zu arbeiten, wird das natürlich schwierig.

Was mich noch überrascht hat war, dass es wohl auch Selbsthilfegruppen für Propofol­abhängige gibt und diese meistens von Anästhesisten besucht werden. Ich hätte vorher nicht ernsthaft gedacht, dass man das wirklich zum täglichen Einschlafen benutzt, aber seit dem Tod von Michal Jackson weiß man ja, dass das auch tödlich enden kann.

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