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Warum antioxidative Vitamine eher schlapp machen

Mittwoch, 26. November 2014

Vitaminpräparate sind bei Freizeitsportlern beliebt. Vor allem die Wirkung der antioxidativen Vitamine C und E leuchtet vielen Fitness-Anhängern ein. Als Radikalenfänger sollen die Vitamine eine Schädigung des Muskels durch Sauerstoffradikale verhindern und so die Trainingsergebnisse verbessern. Belegt ist dies nicht. Studien norwegischer Sportwissenschaftler weisen jetzt sogar auf schädliche Wirkungen der Vitamine hin.

Kürzlich hatten Gøran Paulsen von der Norwegischen Sporthochschule in Oslo und Mitarbeiter die Ergebnisse einer randomisierten Studie vorgestellt, in der Freizeitsportler täglich ein hochdosiertes Vitaminpräparat (1000 mg Vitamin C plus 235 mg Vitamin E) oder ein Placebo eingenommen hatten, um ihre Leistung beim Ausdauertrainings­programm zu verbessern. Ein günstiger Einfluss auf die maximale Sauerstoffaufnahme oder die Ergebnisse im sogenannten 20-Meter-Shuffle Test konnten die Sportwissen­schaftler nicht zeigen.

Muskelbiopsien zeigten eher eine ungünstige Wirkung auf die Mitochondrien an. Die Mitochondrien sind die Kraftwerke in den Zellen, in denen die Atmungskette Sauerstoff in Muskelenergie umsetzt. Das Ausdauertraining soll die Zahl der Mitochondrien erhöhen und dadurch die Sauerstoffverwertung verbessern. Die Wirkung war im Placebo-Arm der Studie jedoch genauso stark ausgeprägt wie nach der Einnahme von Antioxidanzien. Die Konzentration einiger molekularer Marker für die Produktion neuer Mitochondrien war im Placebo-Arm sogar höher.

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Jetzt haben die Forscher in einer ähnlichen Studie die Auswirkung eines Krafttrainings untersucht. Die 32 Teilnehmer – junge Männer und Frauen mit Erfahrung im Krafttraining – besuchten über zehn Wochen viermal in der Woche ein Fitnessstudio, um ihre Muskeln zu stärken. Während dieser Zeit nahm die eine Hälfte das oben erwähnte hochdosierte Vitaminpräparat ein, während die anderen ein Placebo erhielten. Am Ende hatten beide Gruppen die Bizepsmuskulatur gestärkt.

Die Muskelmasse war in beiden Gruppen gleich, doch im Hanteltraining („biceps curl“) erzielten die Teilnehmer des Placebo-Arms etwas bessere Ergebnisse. Eine mögliche Erklärung fanden die Forscher in den Biopsien, die aus einem Oberschenkelmuskel entnommen worden waren. Bei den Teilnehmern des Vitamin-Arms waren einige Marker für die Proteinsynthese, sprich den Muskelaufbau vermindert.

Für Paulsen ist dies ein Anzeichen dafür, dass die antioxidativen Vitamine eine eher schädliche Wirkung haben. Die Gründe hierfür sind nicht bekannt. Der Sportmediziner vermutet jedoch, dass die freien Radikalen eine wichtige Signalwirkung für den durch das Training induzierten Muskelaufbau haben. Die Vitamine würden diese physiologische Signalkette stören und damit dann die gewünschte Trainingswirkung verhindern.

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