Vom Arztdasein in Amerika

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Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Dr. Peter Niemann über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

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Vom Arztdasein in Amerika

Schnuvember

Dienstag, 9. Dezember 2014

Im Bundesstaat Minnesota ist es bekanntlich kalt – so hatten wir alleine diesen November Temperaturen bis zu -25 Grad Celsius und erwarten für Dezember und Januar Temperaturen, die bis zu -35 Grad Celsius kalt werden können. Die Seen sind schon zugefroren, die Skipisten eröffnet, und man geht nur auf die Straße, wenn man es muss oder, wie ich, gerne in der Kälte spazieren geht. Auf diese Temperaturen muss man eingestellt sein und wie ich meinen Kindern erzähle, trage ich deshalb manchmal nicht nur ein, sondern sogar zwei Paar Handschuhe übereinander, manchmal zwei Paar Hosen über meiner langen Unterhose. Wer es kann, der lӓsst sich einen Bart als Windschutz wachsen.

Aber gerade im Monat November hat das Bartwachsenlassen eine besondere Bedeutung im englischsprachigen Raum, und man nennt diesen Monat manchmal  „Schnuvember”, also „Schnurrbart November”, bzw. auf englisch eben „moustache november”, eben „Movember”.  Es gibt nӓmlich eine Organisation, die seit etwa 2002 Mӓnner dazu aufruft, sich im Monat November einen Bart, im Idealfall einen Schnurrbart wachsen zu lassen. Hintergedanke ist dabei auf gesundheitliche Belange der Männerwelt wie z.B. Prostatakrebs oder die verkürzte Lebenserwartung der Männer hinzuweisen. Siehe hierzu z.B. http://us.movember.com/mens-health.

Gerade diejenigen, die mich nicht mit Bart kennen und wissen, dass ich als Arzt tätig bin, fragen mich, wenn sie mich sehen werden, ob ich mir den Bart habe wachsen lassen, um auf die Gesundheitsprobleme der Männer aufmerksam zu machen. Viele sind enttäuscht, wenn ich wahrheitsgemäß einfach nur das kalte Wetter verantwortlich mache. Aber sie wünschen mir auch hiernach immer noch einen „Frohen Schnuvember”, was ich nachträglich all meinen Lesern ebenfalls wünsche.

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