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Vom Arztdasein in Amerika

Vom Arztdasein in Amerika

Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Dr. Peter Niemann über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

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Vom Arztdasein in Amerika

Urlaubsgespräch mit deutschen Ärzten

Donnerstag, 29. Januar 2015

Ich bin im Januar 2015 zum offenen Weltwirtschaftsform in Davos gefahren – es gibt neben dem sehr exklusiven Weltwirtschaftsform der Prominenz, jährlich organisiert von Klaus Schwab, auch ein Weltwirtschaftsforum, das für die Öffentlichkeit zugänglich ist, und auf der prominente aber auch nicht-prominente Politiker und Unternehmer zu Wort in sechs verschiedenen Diskussionsrunden kommen. Hier kann man sich über dieses Forum informieren: http://www.openforumdavos.ch/en/ und an diesem habe ich teilgenommen.

Da eines der Themen ein medizinisches war, überraschte es nicht, dass viele der Teilnehmer Ärzte waren, und im Rahmen dieser Podiumsdiskussionen habe ich drei deutsche Ärzte kennengelernt – einer arbeitet als Assistenzarzt in der Schweiz, die beiden anderen in Deutschland. Mich interessieren natürlich immer die Eindrücke meiner Kollegen, und dankenswerterweise haben sie sehr offen mit mir über die Vor- und Nachteile ihrer Arbeit gesprochen – es wurde vor allem seitens der deutschen Assistenzärzte viel geschimpft: Unstrukturierte Ausbildung, starre Hierarchien, unterbezahlte Dienste, zu hoher bürokratischer Aufwand und fehlende Digitalisierung und EDV-Arbeitsplätze, das waren einige der vielen Kritikpunkte.

In den USA und der Schweiz sind die Arbeitsbedingungen auch nicht perfekt, aber sie scheinen besser zu sein. Was ich nicht verstehe: All diese Punkte scheinen sich seit meinem Studium, also seit mehr als dreizehn Jahren, nicht gebessert zu haben. Doch wieso nicht? Ist die Politik wirklich unwillens die seit Jahrzehnten vorgebrachten Kritikpunkte zu bessern? Oder sind Ärzte einfach nur Dauernörgler? Es gibt doch einen Ärztemangel, aber der scheint auch nicht zu einer Verbesserung geführt zu haben, um mehr Interesse für den Beruf zu wecken. Was muss also noch in Deutschland geschehen, damit das System besser wird? Ist das überhaupt möglich?

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In jüngster Zeit hat sich in den USA manches ebenfalls zum Schlechteren verändert. Doch nach den Gesprächen mit meinen deutschen Kollegen habe ich das Gefühl unter sehr guten Bedingungen zu arbeiten.  

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Avatar #91503
svea
am Sonntag, 1. Februar 2015, 16:11

Solidarität, wo?

Das liegt daran, dass Ärzte nicht solidarisch miteinander umgehen können. Sie können somit ihre Interessen als Berufsgruppe nicht durchsetzen. Solange dafür kein Bewusstsein besteht, werden viele Ärzte weiterhin ausgebeutet werden.
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