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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Kaffee könnte vor Kalkablagerungen in den Koronarien schützen

Mittwoch, 4. März 2015

Von allen Genussmitteln hat Kaffee neben Tee unter Gesundheitsforschern den besten Ruf. Es enthält keine Kalorien wie Schokolade oder Kakao, ist anders als Tabakrauch frei von Karzinogenen und kann im Gegensatz zu Alkohol auch am Arbeitsplatz getrunken werden. Kaffee ist eine gesellschaftlich allgemein akzeptierte Droge, deren möglicherweise mildes Abhängigkeitspotenzial angesichts der unbegrenzten Verfügbarkeit keine Probleme aufwirft.

Hinsichtlich der Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System gehen die Ansichten ausein­ander. Zum einen kann der Kaffeegenuss Blutdruck und Cholesterinwerte ein wenig ansteigen lassen, was die kardiovaskulären Risiken erhöht. Zum anderen verbessert Kaffee die Insulinsensitivität, was einem Typ 2-Diabetes und seinen Folgekrankheiten vorbeugen könnte. Unter dem Strich könnte sich eine protektive Wirkung bei einem mäßigen Kaffeekonsum ergeben, wofür eine Studie aus Südkorea jetzt Hinweise liefert.

In Südkorea ist die Gesundheitsvorsorge von Industriearbeitern gesetzlich vorge­schrieben. Viele Betriebe nutzen hierfür seit kurzem die Computertomographie. Moderne Multidetektoren erlauben heute die Bestimmung des „coronary artery calcium“ oder CAC-Score, die ein Marker für die Koronarsklerose ist.

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Der Arbeitsmediziner Yoosoo Chang von der University School of Medicine in Seoul konnte die Daten von 25.138 männlichen und weiblichen Arbeitern auswerten, die bei der Vorsorgeuntersuchung im Alter von 41,3 Jahren frei von kardialen Erkrankungen waren. Bei 13,4 Prozent wurden jedoch bereits Kalkablagerungen in den Koronarien festgestellt. Chang setzte diese Werte mit den Angaben der Arbeiter zum Koffein-Konsum in Verbindung. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Kaffee in Korea nicht unbedingt ein Nationalgetränk ist: Im Mittel tranken die Arbeiter 1,8 Tassen pro Tag.

Die Auswertung ergab eine U-förmige Korrelation zum CAC-Score. Im Vergleich zu Koreanern, die keinen Kaffee trinken, war weniger als eine Tasse am Tag mit einem 23 Prozent niedrigeren Risiko auf eine koronare Verkalkung assoziiert. Bei einer bis drei Tassen war das Risiko um 34 Prozent vermindert, und Koreaner, die täglich drei bis fünf Tassen Kaffee tranken, hatten zu 41 Prozent seltener Kalk in den Koronarien. Bei einem noch höheren Konsum war das Risiko nur noch um 11 Prozent vermindert. Die Assoziation war nur bei einer Trinkmenge von 3 bis 5 Tassen am Tag signifikant.

Die Schlussfolgerung, dass 3 bis 5 Tassen am Tag die optimale Dosis für einen kardiopräventiven Kaffeegenuss sind, steht allerdings auf einem schwachen Fundament. Querschnittsuntersuchungen haben von allen epidemiologischen Untersuchungen die geringste Evidenz. Für eine weitere Beweisführung sollte Chang die Kohorte über weitere Jahre nachbeobachten und versuchen, Daten zu den Auswirkungen des Kaffeekonsums auf Endpunkte wie das Herzinfarktrisiko zu ermitteln.

Fraglich bleibt auch, ob die Ergebnisse aus Südkorea auf andere Länder und Bevöl­kerungen übertragen werden können. Am Ende bleibt es bei der positiven Nachricht, dass die Untersuchung keinen Hinweis auf eine schädliche Wirkung gefunden hat. Die Verwendung der Computertomographie für die allgemeine Gesundheitsvorsorge ist allerdings umstritten, da damit gesunde Menschen einem nicht unerheblichen Risiko ausgesetzt werden.

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