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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Alzheimer: Reagan hatte erste Aussetzer im Amt

Dienstag, 7. April 2015

Bei dem früheren US-Präsidenten Ronald Reagan wurde 1994, fünf Jahre nach dem Ausscheiden aus dem Amt ein Morbus Alzheimer diagnostiziert. Sprachforscher glauben, dass erste Anzeichen der Erkrankung bereits gegen Ende der Regierungszeit nachweisbar waren.

Visar Berisha und Julie Liss vom Department of Speech, Language and Hearing Sciences der Universität von Arizona in Temple haben die Transkripte der 46 Presse­konferenzen untersucht, die Reagan während seiner Präsidentschaft gab und sie mit entsprechenden Reden seines Nachfolgers George Bush verglichen. Beide waren zu Beginn ihrer Präsidentschaft weit über 60 Jahre alt, aber nur einer von beiden ist später am Morbus Alzheimer erkrankt. Bush soll heute im Alter von 90 Jahren kognitiv gesund sein.

Während die Transkripte von Bush keine Auffälligkeiten aufwiesen, kam es bei Reagan gegen Ende der Regierungszeit häufiger zu sprachlichen Schwächen. Zum einen verwendete Reagan vermehrt Füllworte, wenn ihm bestimmte Begriffe nicht einfielen, und er neigte zu Wiederholungen. Zum anderen ging der Gebrauch von spezifischen Ausdrücken zurück. Sein Wortschatz verflachte.

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Ob dies im Rückblick die Diagnose eines beginnenden Morbus Alzheimer erlaubt, ist fraglich. Neuropathologen sind sich aber sicher, dass die Erkrankung auf der moleku­laren Ebene mit der Ablagerung von Amyloiden bereits viele Jahre vor Ausbruch der Erkrankung einsetzt.

Zeichen einer gewissen geistigen Schwäche wurde Reagan während seiner Präsident­schaft mehrfach vorgehalten. So schlug er sich 1984 in einer Wahlkampfdebatte mit Walter Mondale so schlecht, dass Kritiker Zweifel an seinen mentalen Fähigkeiten äußerten.

Die Bevölkerung hatte offenbar einen anderen Eindruck und wählte Reagan mit einer großen Mehrheit für eine zweite Amtsperiode. Vielen hatte die Einfachheit gefallen, mit der Reagan in Cowboy-Manier Themen auf den Punkt brachte. Ein bisschen Vergesslichkeit scheint dem politischen Erfolg nicht abträglich sein.

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