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Vom Arztdasein in Amerika

Vom Arztdasein in Amerika

Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Dr. Peter Niemann über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

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Vom Arztdasein in Amerika

Werbeanruf auf dem Krankenhaustelefon

Dienstag, 14. April 2015

In einem bestimmten Landkrankenhaus arbeite ich meistens 100 Stunden in der Woche – unter der Woche mache ich tagsüber Visite, am Wochenende mache ich nicht nur Visite, sondern bin als Arzt rund um die Uhr für alles Internistische erreichbar. Das mir dafür gegebene Mobiltelefon muss also stets bei mir tragen, um erreichbar zu sein; die Nummer ist eine außer von den Krankenschwestern und der Verwaltung kaum gekannte. Wenn meine Dienstwoche zu Ende ist gebe ich das Telefon der Verwaltung zurück.

Nun rief bei mir eines Tages eine Person an, fragte mich nach meinem Namen – ich dachte, es sei eine Angestellte aus der Verwaltung und also gab ich ihr meinen Namen – und begann mir dann eine Arbeitsstelle anzubieten. Als ich sie barsch unterbrach, wollte sie mich noch weiter ausfragen, wer mein Arbeitgeber sei, ob ich noch andere Kollegen kenne die kurzfristig aushelfen wollten und so weiter. Ich legte nach einem „Danke, auf Wiederhören“ einfach auf.

Die Sache schien für mich erledigt, doch dann klingelte das Telefon erneut, dieses Mal abends am Wochenende – erneut jene Frau, die mich ausfragen wollte und eine Stelle anbot. Dieses Mal verlief das Gespräch noch kürzer. Wie ich nun erfahren habe, ruft die Frau dieses Diensttelefon fast wöchentlich an, weil sie hierdurch neue Klienten gewinnen will. Einer der Ärzte, der durch sie angestellt ist, hatte ihr wohl die Nummer gegeben und dafür einige Hundert Dollar „Werbegebühr“ erhalten. Seither belästigt sie die arbeitenden Ärzte allenthalben und alles nur, weil ein Arztkollege aus Geldsucht die Nummer herausgab.

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