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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Auch gesunde Menschen haben Halluzinationen

Donnerstag, 28. Mai 2015

Man muss nicht „verrückt“ sein, um Stimmen von Personen zu hören, die gar nicht existieren. Auch Wahnvorstellungen treten nicht nur bei Patienten mit psychotischen Erkrankungen auf. In einer repräsentativen Umfrage aus 18 Ländern, darunter Deutsch­land, unter mehr als 31.000 mental gesunden Menschen gaben 5,2 Prozent  an, schon einmal eine visuelle der auditorische Halluzination erlebt zu haben. Über Wahn­vor­stellungen berichten 1,3 Prozent der Befragten. Bei einem Drittel blieb es bei einem einzelnen psychotischen Ereignis, ein weiteres Drittel berichtete über zwei bis fünf Episoden. Häufige psychotische Ereignisse sind bei mental gesunden Menschen dagegen selten.

Die Ursache und Pathogenese psychotischer Ereignisse sind nicht bekannt. Bei der Schizophrenie, der häufigsten Psychose, wird derzeit eine Entwicklungsstörung des Gehirns vermutet, die die Anfälligkeit für Fehlermeldungen erhöht. Dass Stresssi­tuationen ein möglicher Auslöser sind, ist nicht sicher. Der World Mental Health Survey, der die Zahlen durch Einzelgespräche erhoben hat, leistet keinen Beitrag zur Ursachenforschung.

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Weitere Ergebnisse: Frauen erlebten häufiger psychotische Episoden als Männer (6,6 Prozent versus 5 Prozent). In Ländern mit mittlerem Einkommen (7,2 Prozent) und mit hohem Einkommen (6,8 Prozent) waren sie häufiger als in Ländern mit niedrigem Einkommen (3,2 Prozent). Migranten, die meistens in Länder mit einem höheren Einkommen als in ihrem Herkunftsland wandern, waren übrigens seltener betroffen als die einheimische Bevölkerung der Zielländer.

Eine einzelne Episode ist kein Grund zur Besorgnis, schreibt Studienleiter John McGrath von der University of Queensland in Brisbane. Erst wenn sie regelmäßig auftreten, sollte man professionelle Hilfe aufsuchen.

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