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Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skurril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbergen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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Ubble: Ungewöhnlicher Lebens­zeit-Restzeit-Rechner

Donnerstag, 4. Juni 2015

Wer schneller geht, stirbt langsamer. Auch der Besitz eines Automobils gibt Pluspunkte für die Lebenserwartung in einem ungewöhnlichen Lebenszeit-Restzeit-Rechner, den schwedische Forscher jetzt für die britische Bevölkerung mittleren Alters entwickelt haben. Die 13 Fragen für Männer und 11 für Frauen sind leicht zu beantworten. Anders als bei den bekannten medizinischen Risiko-Scores ist die Kenntnis biologischer Parameter (wie Blutdruck, Puls oder auch Blutzucker) nicht erforderlich. Es reicht die Angabe, ob der Arzt schon einmal die Diagnose Diabetes, Krebs oder eine Reihe anderer Erkrankungen gestellt hat. Andere Fragen, etwa nach der Größe der Familie und dem Verwandtschaftsverhältnis der Mitbewohner sind gelinde gesagt ungewöhnlich.

Das Team um Erik Ingelsson von der Universität Uppsala University hat sie aus insgesamt 655 Angaben zu Person, Lebensstil und anderen Eigenschaften ausgewählt, die von Teilnehmern der UK Biobank erhoben wurden. Das Mitte des letzten Jahrzehnts gestartete Projekt hat bereits Blutproben von mehr als einer halben Million Briten gesammelt, die bei dieser Gelegenheit körperlich untersucht und ausführlich nach ihren Lebensumständen befragt wurden.

Ingelsson hat die Daten mit den Todesfällen in Beziehung gesetzt. Die ungewöhnlichen Parameter erwiesen sich als zuverlässige Prädiktoren der Lebenserwartung für die nächsten fünf Jahre. Die Frage nach der Schrittgeschwindigkeit liefert gute Hinweise auf den körperlichen Allgemeinzustand und übertraf in der Aussagekraft sogar das Tabakrauchen. Der Besitz eines Autos steht stellvertretend für die sozioökonomische Schicht, die in epidemiologischen Untersuchungen immer wieder mit der Lebens­erwartung assoziiert ist.

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Das Ergebnis der Kalkulation ist freundlicherweise nicht die Anzahl der noch zu erwartenden Lebensjahre. Eine solche Angabe wäre unrealistisch. Stattdessen wird dem User das persönliche „Ubble“-Alter genannt. Ubble steht für „UK Longevity Explorer“ und ist eine Anspielung auf das Hubble-Weltraum-Telskop, das ja ebenfalls einen Blick in unbekannte Welten erlaubt. Das Ubble-Alter ist am besten mit dem biologischen Alter zu vergleichen. Für einen 55-jährigen bedeutet ein „Ubble“-Alter von 53 einen Gewinn von etwa zwei Jahren gegenüber dem Bevölkerungsdurchschnitt. Das ist für die meisten Menschen informativer als die Angabe des 5-Jahres-Sterberisikos, mit dem die meisten wenig anfangen können, weil der Vergleich zu anderen Menschen gleichen Alters fehlt.

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