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Res medica, res publica

Res medica, res publica

Gesundheit ist eine öffentliche Sache. Das war schon 1907 so, als William Ewart seine Antrittsvorlesung am St. George's Hospital in London unter den Titel "Res medica, res publica" stellte. Wo muss der Staat handeln und wie? Was bedeuten gesundheitspolitische Vorschläge, wenn man sie zu Ende denkt? Gedanken dazu von Heinz Stüwe, Fachjournalist für Wirtschaft, Sozial- und Gesundheitspolitik.

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Res medica, res publica

Die Gesundheitskanzlerin

Freitag, 5. Juni 2015

Ob sich die Protestcamps vor bilderbuchtauglicher Alpenkulisse, die seit Tagen die Nachrichtensendungen füllen, auch gegen eine bessere weltweite Bekämpfung von Infektionskrankheiten richten? Bundeskanzlerin Angela Merkel hat als Gastgeberin auf Schloss Elmau dafür gesorgt, dass sich Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industriestaaten (G7) mit Gesundheit befassen. Ein ungewöhnliches Thema, schließlich wurden diese Treffen einst als Weltwirtschaftsgipfel ins Leben gerufen. Und an militärischen und ökonomischen Krisen in der Welt, über die gesprochen werden muss, mangelt es ja nicht. Aber es ist eine gute Themenwahl. Der Ebola-Ausbruch in Westafrika vor einem Jahr hat – wieder einmal – die Defizite offengelegt, die in der internationalen Hilfe für Länder bestehen, die auf sich allein gestellt den Kampf gegen derartige Epidemien nicht gewinnen können.  

Aber auf dem bayerischen Gipfel soll es nicht nur um Katastrophenhilfe gehen. Den Kampf gegen Antibiotikaresistenzen hat die Kanzlerin, auch auf Vorschlag von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe, zu einem Schwerpunktthema gemacht. Ob alle  Katastrophenszenarien auf diesem Gebiet realistisch sind – in einer neuen Studie werden für 2050 weltweit zehn Millionen Todesfälle durch resistente Keime prognostiziert – mag dahingestellt bleiben. Sicher ist, dass Fortschritte internationale Zusammenarbeit erfordern.

Erstmals überhaupt hat mit Angela Merkel ein deutscher Regierungschef im Mai an der Versammlung der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) in Genf teilgenommen. Sie hat sich dort gemeinsam mit Gröhe für die Verabschiedung des „Globalen Aktionsplans zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen“ eingesetzt. Die Mitgliedstaaten verpflichten sich darin, innerhalb von zwei Jahren nationale Strategien in Kraft zu setzten, um die international vereinbarten Ziele anzusteuern, von Aufklärung und Verdeutlichung des Problems der Antibiotikaresistenzen über  optimierten Einsatz von Antibiotika in Human- wie Tiermedizin und verbesserter Überwachung bis hin zu verstärkter Forschung.

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Ob die Entwicklung dringend benötigter neuer Antibiotika wirklich internationale Fördertöpfe erfordert, wie die Pharmaindustrie meint? Wenn der Gipfel es nicht mit wohlklingenden Absichtserklärungen bewenden lässt, könnte aus der Klimakanzlerin tatsächlich noch die Gesundheitskanzlerin Angela Merkel werden. Schirmherrin des World Health Summit in Berlin ist sie ja schon seit Jahren.

Die Bundesregierung will auf jeden Fall vorbildlich sein. Sie hat ihre Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie aus dem Jahr 2008 inzwischen aktualisiert. Aber der Kabinettsbeschluss ändert nicht die Realität:  Ist der gewohnheitsmäßige Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung beendet? Und der Kampf gegen Krankenhaus­infektionen?

Die Bundes­ärzte­kammer weist darauf hin, dass Lehrstühle für Krankenhaushygiene fehlen, um genügend Ärztinnen und Ärzte auf diesem Gebiet zu qualifizieren. Und wie ist es um den Wissensstand zu dem Thema in der Bevölkerung bestellt? Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat gerade ein neues Plakat mit allgemeinverständlichen Hinweisen zur Antibiotika-Einnahme herausgebracht. Es würde gewiss nicht schaden, wenn es in jedem Wartezimmer aushinge.

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Samstag, 6. Juni 2015, 21:28

Gesunde Krankheit - Kranke Gesundheit?

Um es ganz deutlich zu sagen: Wenn sich mit einem gigantischen finanziellen Aufwand Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industriestaaten (G7) im idyllischen bayrischen Schloss Elmau inmitten intensiver Land-, Alm-, Vieh- bzw. G7-Protestwirtschaft treffen, um ausgerechnet gemeinsam mit Gastgeberin und "Gesundheitskanzlerin" Frau Dr. Angela Merkel über "Gesundheitsthemen" zu plaudern, wirkt das wie eine Stationsbesprechung in einer geschlossenen Abteilung bei "Einer flog über das Kuckucksnest".

Denn mehr semantische, krankheitsverleugnende Einfältigkeit geht gar nicht! W a s verbindet denn die drängenden Themen wie
• Bessere weltweite Bekämpfung von Infektionskrankheiten (z. B. Malaria, TBC)?
• Ebola-Ausbruch in Westafrika 2014, Dengue-Fieber, West-Nil-Infektion etc.?
• Katastrophenhilfe bei zigtausend Ertrinkenden im Mittelmeer und Südostasien?
• Kampf gegen Antibiotikaresistenzen mit hochgeschätzt weltweit Millionen Toten?
• Optimierter Einsatz von Antibiotika in Human- u n d Tiermedizin?
• Entwicklung dringend benötigter neuer Antibiotika/Anti-Infektiva?
• Praxis- und Krankenhaushygiene bzw. deren Implementierung in der Bevölkerung?

Geneigte Leserinnen und Leser des Deutschen Ärzteblattes wissen im Gegensatz zu einer völlig abgehobenen Politiker-Kaste schon längst, was ich meine:
Es geht hier vornehmlich und ausschließlich um K R A N K H E I T E N, Siechtum, Tod und k e i n e s f a l l s um Gesundheit oder Wohlbefinden!
Letzteres wird sich im von der realen Welt hermetisch abgeriegelten und abgeschirmten Schloss Elmau sicherlich einstellen, wenn es sich so behaglich über Gesundheit schwadronieren lässt. Weil damit die sich abstrampelnde Menschheit Draußen in der so fernen realen Welt mit ihren hässlichen K r a n k h e i t s-, S e u c h e n- und S o z i a l p r o b l e m e n abgeschüttelt wird.

Unsere Physikexpertin und "Klimakanzlerin" hat sich schon mit der Klimarettung im eigenen Land mit dem Stichwort "Energiewende" bis auf die Knochen blamiert. Als "Gesundheitskanzlerin" ist sie jetzt schon unten durch, weil sie und ihre G7-Kollegen mit oder ohne Wladimir Putin nicht mal einfachste Begrifflichkeiten beherrschen. Außer Spesen nichts gewesen!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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