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Res medica, res publica

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Gesundheit ist eine öffentliche Sache. Das war schon 1907 so, als William Ewart seine Antrittsvorlesung am St. George's Hospital in London unter den Titel "Res medica, res publica" stellte. Wo muss der Staat handeln und wie? Was bedeuten gesundheitspolitische Vorschläge, wenn man sie zu Ende denkt? Gedanken dazu von Heinz Stüwe, Fachjournalist für Wirtschaft, Sozial- und Gesundheitspolitik.

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Res medica, res publica

Arbeit der Zukunft: Süßigkeiten gegen den Stress

Donnerstag, 27. August 2015

Die CDU befasst sich mit der Zukunft. Sie möchte die Bürger nicht nur mit der Frau an der Spitze sondern auch mit ihrem Programm überzeugen. So richtig in der Öffent­lichkeit angekommen ist es aber noch nicht, dass drei Zukunftskommissionen der Partei ein Jahr lang an Perspektiven für die Gestaltung der Globalisierung, des demogra­fischen Wandels und der Digitalisierung gearbeitet haben. Dabei ist es ja nicht ganz unwichtig, was in der Partei diskutiert wird, die nach heutigem Stand überdurch­schnittlich gute Chancen hat, auch nach 2017 die Kanzlerin zu stellen.

Arbeit der Zukunft – Zukunft der Arbeit“ lautet der Titel des Abschlussberichts einer Kommission. Darin geht es vornehmlich darum, wie die Digitalisierung die Arbeitswelt verändert und welche Folgerungen daraus zu ziehen sind. Viele der im blutarmen Parteiprogramm-Deutsch verfassten Aussagen reißen den Leser nicht vom Hocker. Wer mag schon widersprechen, wenn es heißt, dass die Chancen der Digitalisierung genutzt werden sollten, um neue und sichere Arbeitsplätze zu schaffen und ein stärker selbstbestimmtes Arbeiten zu ermöglichen.

Aber die Autoren des Berichts sehen durchaus, dass Arbeit, die nicht an einen Platz in Betrieb oder Büro und nicht an feste Arbeitszeiten gebunden ist, auch Gesundheits­risiken birgt. Hier sei aber nicht in erste Linie der Gesetzgeber gefordert. „Es ist Aufgabe von Arbeitsnehmern und Arbeitgebern sowie der Sozialpartner … miteinander auszuhandeln, wie mit neuen Arbeitsformen angemessen umzugehen ist, um permanenter Erreichbarkeit und (Selbst-)Überforderung vorzubeugen.“ Deshalb müsse physische und psychische Gesundheit bei der Arbeit ein wichtiges Anliegen der Gesellschaft sein – der Beschäftigten, der Krankenkassen, der Unternehmen und der Verwaltungen.  

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Die Sieben-Tage-Arbeitswoche kann nach Überzeugung von Thomas Strobl, der die Kommission zur Zukunft der Arbeit geleitet hat, nicht die Lösung sein. „Der Mensch braucht auch Ruhephasen. Wir müssen den Sonntag retten“, postulierte der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Das findet sich im Abschlussbericht aber nicht. Und eine junge Unternehmerin widersprach Strobl in einer Diskussionsrunde der Konrad-Adenauer-Stiftung auch sogleich. Bei ihrem Online-Blumenversand Bloomy Days in Berlin sei der Sonntag der umsatzstärkste Tag, sagte Franziska v. Hardenberg. Deshalb sei bei den Arbeitszeiten mehr Flexibilität nötig – wie in Singapur. „Für Ärzte und Pflegekräfte hat es ja auch schon immer Schichtarbeit am Wochenende gegeben.“ Dabei plädiert die Firmengründerin keineswegs dafür, rund um die Uhr zu arbeiten. Aber wohl fühlen am Arbeitsplatz sollen sich die 100 Beschäftigten des Berliner Start-ups: Sie bekommen Essensgutscheine und überdies kostenlos Obst, Kaffee und Süßigkeiten. Mit einer solchen Arbeitswelt der Zukunft könnten sich, von etwaigen gesundheitlichen Spätfolgen mal abgesehen, wohl viele Menschen anfreunden. 

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